US-Feministen marschieren mit Linda – einer arabisch-rassistischen Islamistin

Am vergangenen Samstag, am 21. Januar 2017, dem Tag nach der Amtseinführung Donald Trumps, gingen in den USA Millionen Menschen auf die Straße, vor allem Frauen. Women’s March nannten sie die Proteste. Alleine in Washington versammelten sich über eine halbe Million Menschen. Konkrete Forderungen hatten sie nicht, Trump hatte noch kein Gesetz angekündigt, gegen das man demonstrieren konnte. Sie wollten einfach ihr Unbehagen ausdrücken, den Frust über die verlorene Wahl. Wäre man zu konkret geworden, wäre es unweigerlich zu Spaltungen und Streitereien gekommen, wie es sich bei der Debatte um Lebensschützerinnen, die mitmarschieren wollten, andeutete. Also überließ man es weitgehend den Teilnehmern, gegen was sie protestierten.

Eine der vier Vorsitzenden des Protests-Komitees war Linda Sarsour. #IMarchwithLinda war ein beliebter Hashtag, mit dem für die Veranstaltung geworben wurde. Bernie Sanders bedankte sich bei ihr:

Und ebenso Amnesty International:

Und Mark Ruffalo:

und tausende weitere Prominente.

Irgendwie ist es ja verständlich. Linda Sarsour ist eine Frau – eine von Sexismus Betroffene; sie ist eine Farbige, eine PoC – eine von Rassismus Betroffene; sie ist Muslima mit Kopftuch – eine von Islamophobie Betroffene; sie kommt aus dem Nahen Osten – eine vom Kolonialismus Betroffene. Kurzum, sie ist eine leidende Gerechte, eine, die sich mutig dem Goliath entgegenstellt, dem Donald Trump, dem bösen, alten, weißen Mann. Und da sie so vieles verkörpert, was sich bestens in die bizarre Säkularreligion westlicher Feministen integrieren lässt, schauen sie nicht so genau hin, wem sie da hinterherdackeln. Wir in Deutschland kennen das Symptom ebenfalls. Hier wird die Millî Görüş-Lobbyistin Kübra Gümüşay als moslemische Feministin von Talkshow zu Talkshow gereicht – über die dunklen Flecke ihrer Biographie schaut man so großzügig hinweg, wie es ihre Mitschwestern in den USA im Falle Linda Sarsour tun.

Linda Sarsour ist die älteste Tochter palästinensischer Migranten aus New York. Im Alter von 17 Jahren wurde sie verheiratet, eine arrangierten Ehe. Sie gebar drei Kinder, ging ein wenig zur Universität und engagiert sich seither als Islam-Aktivistin. Aktuell ist sie Direktorin des Arabisch-Amerikanischen-Vereins von New York.

Von anderer Seite wurden intensiv ihre Verbindungen zur terroristischen Hamas und zur Moslembruderschaft sowie ihre israelfeindlichen Äußerungen beleuchtet. Aber ich will hier die Gender-Frage untersuchen, nicht ihre Haltung zur Geschichte und Politik des Nahen Ostens. Dass eine palästinensische Muslima eine etwas andere Sichtweise auf den Israel-Palästina-Konflikt hat, ist ja nicht überraschend. Das alleine schließt noch nicht aus, dass sie ansonsten eine vorzeigbare Feministin ist. Selbst Judith Butler äußert sich ja auf eine Weise zu Israel, die vielen nicht passt.

Ihre Vorstellungen von Feminismus wird viele aber noch mehr enttäuschen. In einem Tweet fasst sie es schön zusammen:

Sie will nicht von weißen Frauen von Leiden „befreit“ werden, von denen speziell Frauen aus moslemischen Kulturkreisen betroffen sind. Weiße Frauen sollen sich nicht in die internen Angelegenheiten moslemischer Familien einmischen.

Andere Frauen aus ihrem Kulturkreis sehen das natürlich anders. Sie haben sich zusammengeschlossen, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Ein Produkt dieser Zusammenarbeit ist der Dokumentarfilm „Honor Diaries„.Bei dem Film handelte es sich keinesfalls um pauschale Islam-Verdammung wie man sie aus dem Umfeld von PI-News kennt. Er war aber natürlich auch alles andere als eine Werbung für den Islam. Er dokumentiert weibliche Genitalverstümmelung und andere Formen der Unterdrückung weiblicher Sexualität, Ehrenmorde, Zwangsehen und die mangelnde Möglichkeit vieler Mädchen, Bildung zu erlangen – alles Themen, die Feministinnen am Herzen liegen. Für Linda Sarsour aber stehen andere Dinge im Mittelpunkt. Für sie ist der Film nur Teil einer Schmutzkampagne gegen den Islam, weswegen sie dann selbst eine Schmutzkampagne gegen den Film startet (u.a. unter dem Hashtag #DisHonorDiaries). Welch‘ ein Verrat an ihren Mitschwestern!

Besonders eine Frau ist ihr immer wieder ein Dorn im Auge: Ayaan Hirsi Ali. Sie ließ sich sogar zu Gewaltphantasien hinreichen, träumte öffentlich davon, ihr die Vagina wegzunehmen, da sie es nicht verdiene, eine Frau zu sein (sie hat den Tweet vor wenigen Tagen gelöscht):

Brigitte Gabriel= Ayaan Hirsi Ali. She’s asking 4 an a$$ whippin‘. I wish I could take their vaginas away – they don’t deserve to be women.

Ein durchaus interessantes Statement im Kontext des Frauenmarsches. Die vermeintlich oder real sexistischen Äußerungen Donald Trumps spielten für viele eine wichtige Rolle. Aber selbst ein Donald Trump hat sich meines Wissens niemals zu solchen sexuell aufgeladenen Gewaltphantasien gegen Frauen hinreißen lassen.

 


Linda Sarsour ist keine westliche Feministin, die für universalistische Standards kämpft; sie ist eine ethno-religöse Politaktivistin, der es darum geht, die eigene Sippe zu schützen. Wenn es der Sache dient, geht man eben Bündnisse mit verblendeten, westlichen Frauen ein. Dient es der Sache nicht, werden die gleichen Frauen bekämpft.

Ein anderer Vorfall verdeutlicht das ebenfalls: Der Mord an Shaima Alawadi, wie Sarsour ein muslimische Migrantin. Auf CNN versuchte sie den Mord als islamophobes Hass-Verbrechen zu framen. Doch dann stellte sich heraus, dass diese von ihrem eigenen Ehemann, einem irakisch-stämmigen Moslem, getötet wurde. Shaima Alawadi wollte sich scheiden lassen, was dieser nicht duldete; also ein Fall familiärer Gewalt, vielleicht gar ein Ehrenmord. Westliche Feministen deuteten den Fall daraufhin als misogynes Hassverbrechen, etwa in der Times.  Linda Sarsour dagegen äußerte sich nach den neuen Erkenntnissen nicht mehr dazu. Sie wäre ja gezwungen gewesen, auf Probleme innerhalb der eigenen, muslimischen Sub-Community einzugehen. Und das geht natürlich nicht. Es geht ihr nicht um reale Einzelschicksale von Frauen, im Mittelpunkt steht der Ruf ihrer Sippe – und der würde Schaden erleiden, wenn man solchen „Einzelfällen“ zu viel Aufmerksamkeit schenkt; also schweigt man.

Wie sehr sie in diesem Sippen-Weltbild gefangen bleibt, verdeutlicht auch ihr Verständnis von Familie. Sie legt großen Wert darauf, dass ihre eigenen Kinder später einmal andere arabischstämmige Moslems heiraten – und zwar auf traditionelle Weise, auch wenn es nicht gleich eine arrangierte Ehe sein muss wie in ihrem Fall.  Im Vordergrund steht wieder der Wunsch, die eigene Sippe zusammenzuhalten und die eigene Religion zu bewahren.
Man stelle sich eine „weiße“ Frau vor, die die Ehen ihrer Kinder nur akzeptiert, wenn diese andere weiße, christliche Partner traditionell heiraten – und keinesfalls Moslems oder Schwarze. Das „weiße“ Klientel, das am Wochenende fröhlich hinter Linda hermarschierte, würde über eine solche Frau herfallen. Sie würden sie als christlich-fundamentalistische „white supremacist“ abstempeln, als jemand, der man ins Gesicht schlagen darf, so wie Richard Spencer in Washington (unsere Hetzfeministinnen waren ja ganz entzückt von der Gewalttat). Aber der Kopftuch-Muslima lässt man analoge Äußerungen durchgehen, sie ist keine islamisch-fundamentalistische „arab supremacist“. Man kann an Moslems anscheinend nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie an Christen. (Die Sippe zusammenhalten, Mischehen vermeiden, Tradition bewahren, usw. – genau das ist auch das Programm eines Richard Spencers. Er ist letztlich sogar progressiver als Linda Sarsour, er hat sich vom religiösen Fundamentalismus gelöst.)


An der islamistischen Grundhaltung Linda Sarsours besteht übrigens kein Zweifel. Sie verteidigt die Scharia; träumt davon, dass sie auch eines Tages in Amerika gelten wird

Saudi-Arabien ist auch nur halb so schlimm:

Mir ist es unbegreiflich, wie man eine solche Frau zu einer Vorsitzenden von Frauenprotesten gegen Trump machen kann. Sie ist für mich eher ein Argument für eine Einwanderungspolitik ala Trump. Sie zeigt, welche Probleme man sich mit Migranten wie ihren Eltern ins Land holt.

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Ein Gedanke zu “US-Feministen marschieren mit Linda – einer arabisch-rassistischen Islamistin

  1. Die zeitweilige Zusammenarbeit von Linken, Feministinnen und radikalen Moslems war mir bis vor Kurzem auch nicht so bewusst. Verweis auf meinen alten Post:
    https://luismanblog.wordpress.com/2016/06/03/vereinigt-im-hass/
    und darin das Video von Gad Saad anschauen. Essenz: Die Linken und Theokraten kaempfen nur gemeinsam um das bestehende System zu stuerzen, darin sind sie sich einig. Wenn sie Erfolg hatten kaempfen sie gegeneinander um den endgueltigen Sieger zu ermitteln.

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