Abdul Artan im Priester-Seminar für Social Justice Warrior

Vor ein paar Tagen bekamen die USA mal wieder zu spüren, wie schön Diversität sein kann. Abdul Razak Ali Artan, ein somalischer Flüchtling, lenkte sein Auto gezielt in eine kleine Menschenansammlung, stieg aus und fiel mit einem Schlachtermesser über die zufällig anwesenden Personen her. Er verletzte insgesamt elf Personen, bevor ein Polizist ihn erschießen konnte. Der IS übernahm die Verantwortung für die Terror-Attacke.

Wann und wo Abdul Artan sich radikalisierte, was ihn zu der Tat motivierte oder dergleichen, soll hier jedoch nicht das Thema sein. Der Vorfall soll nur als Anlass dienen, einen Blick auf US-Universitäten zu werfen. Abdul Artan war nämlich zur Tatzeit als Student an der Ohio State University eingeschrieben, auf deren Campus er auch er das Attentat auch durchführte. Er besucht dort zuletzt unter anderem einen Kurs mit dem Namen Crossing Identity Boundaries. Dieser eignet sich hervorragend als Anschauungsmaterial für den grausigen Alltag an US-Universitäten. Werfen wir zunächst einen Blick in die Kursbeschreibung:

„Crossing Identity Boundaries (Identitäts-Grenzen durchqueren): Eine Reise zur interkulturellen Führerschaft§ ist ein 3-Kreditpunkte Kurs. Er wurde entworfen, um Studenten unterschiedlicher Kulturen und sozialer Identitäts-Gruppen in einer unterstützenden Lernumgebung zusammenzubringen.

Mittels interaktiver Dialoge erkunden die Studenten Fragen der Diversität und Ungleichheit genauso wie ihre eigene persönliche und soziale Verantwortung, eine bessere und gerechte Universität und Gesellschaft zu bilden. Studenten gewinnen wertvolle Führer-Qualitäten, die sie effektiv außerhalb der Universität einsetzen können.

Am Ende des Kurses werden die Studenten über folgende Fähigkeiten verfügen:

  • Mikro-Aggressionen innerhalb ihres Alltags und der Gesellschaft als Ganzes zu identifizieren
  • Macht, Privilegien, Wertsysteme und ihre Unterschiede zu definieren und ihre unterschiedlichen Formen zu identifizieren
  • Zu verstehen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Völker und Kulturen existieren und wie diese Faktoren ihre Beziehung zu anderen beeinflussen.
  • Zu zeigen, wie ihre persönliche Ethik sie zu sozialen Verantwortung anstiftet [dafür bekommt Artan jetzt wohl die volle Anzahl an Kreditpunkten 😈]
  • Wege zu identifizieren, wie sie bestehend Privilegien herausfordern können
  • Zu zeigen, wie man die Sichtweisen anderer Kulturen würdigt
  • Zu erkennen, welchen Einfluss Kulturen auf die Kommunikation haben, und sich damit auseinanderzusetzen, wie die eigene Kultur den Kommunikationsstil geprägt hat
  • Beobachtung, Konflikt-Management, Dialoge und Zuhören einzusetzen, um gegenseitiges Verstehen zu stärken
  • Zu diskutieren, wie sie sozial gerechte globale Weltbürger sein werden, als Teil eines lebenslangen Lernprozesses.

Warum ist Rassismus immer ein schwarz/weiß-Ding? Wird von mir erwartet immer ein Repräsentant meiner Gruppe zu sein? Wird von Männern immer erwartet, bei einem Date zu bezahlen? Verbringe dein Semester damit, diese und viele andere Fragen zu diskutieren im 3-Credit-Point Kurs des Multikultur-Zentrums. Die Klassen treffen sich zweimal die Woche und arbeiten daran, ihr Selbstbewusstsein zu erweitern und wertvolle Dialogfähigkeiten zu erwerben. …“

Aus dem Kursablauf:

1. Sitzung: Einführung
2. Sitzung: Klassen-Normen und Einführung in soziale Identitäten
3. Sitzung: Auseinandersetzung mit Macht und Priviligen
4. Sitzung: Mikroaggressionen
5. Sitzung: Rasse und Ethnie verstehen
6. Sitzung: Rassismus
7. Sitzung: Sex, Gender und Sexismus verstehen
8. Sitzung: Sexismus verstehen
9. Sitzung: Sexuelle Orientierung verstehen
10. Sitzung: Heterosexismus und Homophobie
11. Sitzung: Gender-Identität und Transgender-Identitäten verstehen
12. Sitzung: Genderismus, Sexismus und Transphobie
13. Sitzung: Klasse verstehen
14. Sitzung: Klassismus
15. Sitzung: Behinderung / Befähigung
16. Sitzung: Ableismus
17.+18. Sitzung: Nationale Herkunft
19. Sitzung: Religion
20. Sitzung: religiöse Unterdrückung
21. Sitzung: Was bedeutet das alles
22+23. Sitzung: Sozialer Aktivismus
24+25. Sitzung: Gruppen-Präsentationen
26+27. Sitzung: globale Bürgerschaft
28. Sitzung: Wie geht es weiter?

Der Kurs beinhaltet alles, was das Social-Justice-Warrior Herz glücklich macht, inklusive Anleitung zum Aktivismus.

Als Hauptlektüre-Grundlage dient das Buch „Readings for Diversity and Social Justice„, eine Aufsatzsammlung. Das Buch ist leider nicht auf Libgenesis eingestellt worden, aber zumindest die ersten Kapitel sind online einsehbar – und es ist genauso schlimm, wie die Kursbeschreibung vermuten lässt. Allerlei fragwürdige Annahmen werden den Studenten als Fakten präsentiert, Werturteile als selbstverständlichkeit vorgegeben, usw. Kritik an der jeweiligen Position ist nicht vorgesehen. Wenn ich die Zeit finde, werde ich in einem Folgebeitrag auf die gruseligsten Dinge eingehen.

Aber zurück zu Abdul Artan. Er wollte sich vertieft mit Mikroagressionen beschäftigen. Heute (2. Dezember 2016) hätte er zusammen mit anderen Studenten einen Vortrag halten sollen:

Ziel dieser Übung ist für euch, zu untersuchen, wie sich Macht und Privilegien innerhalb von sozialen Medien manifestieren. Überlegt, wie man am besten auf verschiedene Mikroaggressionen reagieren sollte. Ihr werdet für das Projekt in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Findet mindestens 12 verschiedene Beispiele für Mikroaggressionen auf mindestens 3 verschiedenen Social-Media-Plattformen (e.g. Yik Yak, Twitter, Facebook, Tumblr, Pinterest). Erklärt, wer das Ziel der Mikroagressionen ist und warum deine Gruppe glaubt, dass das ein Beispiel für eine negative Bemerkung ist. Gebt ein Beispiel, wie man auf einen solchen Kommentar reagieren sollte. Eure Präsentation muss 15 bis 20 Minuten lang sein und jedes Mitglied eurer Gruppe sollte mindestens einmal während der Präsentation zur Wort kommen. Für eure Präsentation müsst ihr PowerPoint oder Prezi nutzen. Eure Kommilitonen werden euch wertvolles Feedback geben. […]

Euer Vortrag wird  nach den folgenden Kriterien bewertet:

  •  Qualität der gewählten Mikro-Aggressionen (Habt ihr sauber herausgearbeitet, warum es Mikroagressionen sind und welche Gruppe das Ziel ist)
  • Qualität der Antwort (Habt ihr auf die Mikroaggressionen in einer angemessenen und aussagekräftigen Weise geantwortet?)

Die Studenten sollen also lernen, sich als Opfer zu inszenieren, und ihre eigenen „Mikroagressionen“ als Kampf für soziale Gerechtigkeit auszugeben. Wie nett. Mit all dem Opfer-Gehabe und Anspruchsdenken wird man im späteren Beruf sicherlich zum Erfolg kommen.

Nochmal zur Erinnerung: Ein Studium ist in den USA alles andere als kostenlos. Neben normalen Lebenshaltungskosten, sowie Ausgaben für überteuerte Literatur wie „Readings for Diversity and Social Justice“ (50$) fallen horrende Studiengebühren an. Die Studenten nehmen dazu in der Regel einen Kredit auf, den sie später abbezahlen müssen; selbst durch eine Privat-Insolvenz werden sie die Schuldenlast nicht los. Und dann wird Zeit und Geld für solch‘ dubiose Kurse aufgewandt, wo einem u.a. beigebracht wird, wie man auf Mikro-Aggressionen in sozialen Netzwerken reagieren soll.
Und Abdul Artan hat Logistik studiert, nicht Gender-Studies oder sonstigen Hokuspokus. Es ist wohl ähnlich wie mit den Marxismus-Leninismus-Kursen früher in der DDR; man muss die Indoktrination als Student über sich ergehen lassen.

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