Chris Mosier – die erste Frau-zu-Trans-Person im männlichen US-Nationalteam

chris-monier

Vor einiger Zeit hatte ich hier mehrere Beiträge zum Transgenderismus eingestellt. Um eine Sache hatte ich weitgehend einen Bogen gemacht: Frauen, die transgendern.

Das hat mehrere Gründe: Es gibt weitaus mehr Männer, die transgendern, als Frauen, die sich dazu entscheiden. Und es ist ein eher neues Phänomen. Früher waren es noch häufiger die Männer, die transgenderten. Erst in den letzten Jahren kam es unter Frauen in Moden, wohl aufgrund der positiven Medienberichterstattung und sozialer Netzwerke. Entsprechend gibt es auch deutlich weniger seriöse Literatur über Frau-zu-Trans-Personen als zu Mann-zu-Trans-Personen.

Bei Männern kann man grob zwischen zwei Formen des Transgenderismus unterscheiden: Dem autogynophilen Transgenderismus und dem homosexuellen Transgenderismus. Bei Frauen scheint der erste Typus keine Rolle zu spielen; so etwas wie Autoandrophilie wird zwar als theoretisches Konstrukt diskutiert, ist in der Praxis aber nicht beobachtbar. Transgendernde Frauen sind in der Regel lesbisch.

Seit es durch die Medien gepusht wird, wollen auch weitere transgendern. Der englischsprachige Blog 4thwavenow.com dokumentiert etwa einige Fälle, in den Eltern von autistisch-veranlagten Teenagerinnen („Aspies“) über die plötzliche Überzeugungen ihrer Töchter berichten, sie seien „Transmänner“. Die Mädchen oder jungen Frauen merken selbst, dass sie anders ticken als ihre Altersgenossinnen. Und als sie dann in den (sozialen) Medien etwas über Transgenderismus aufgeschnappt haben, bot sich das für einige als Erklärung ihres Anders-Sein an…

Aber zurück zu den Lesbierinnen. Warum entschließen sich einige von denen, zu transgendern? Ich weiß es nicht, eine systematische Untersuchung ist mir nicht bekannt; nur eben Einzelfälle, über die man über die Medien erfährt – wie etwa Chris Mosier. Die Triathletin ist die erst Frau-zu-Trans-Person im männlichen US-Nationalteam. Die LGTBQI-Verbände feiern sie natürlich als mutiger Heldin, als Vorkämpferin für die Sache, usw. Sie sollten sich mal eher mit den Motiven beschäftigen, warum Menschen wie Chris Mosier transgendern. Das Magazin Rolling-Stone zitiert sie wie folgt:

„I dated men all through college, and there I met the woman who is my wife,“ he explains. „At the time, I was trying to figure out my sexuality and what that meant. I didn’t know a lot of gay people – and I didn’t know any trans people. All I knew is that I would get furious if people said we were lesbian. I would think, ‚That doesn’t fit for me. That’s not right because I’m not gay.‘ At that time it came onto my radar – I had never thought about my gender identity before.“

Es verlief also zunächst alles normal: Kein „Gender-Dysphorie“ in der Kindheit oder frühen Jugend, und in ihren College-Jahren hat sie sich zunächst mit Jungen verabredet. Aber dann hat sie sich plötzlich in eine Frau verliebt, ihre spätere „Ehe“frau. Sie ist also offensichtlich eine Lesbierin.

Lesbisch? Das Wort gefiel ihr nicht. Wenn es jemand aussprach, wurde sie wütend („furious“). „Lesbierin“ war nicht mit ihrem positiven Selbstbild vereinbar, weswegen sie sich dann -und erst dann!- mit ihrer Gender-Identität beschäftigte und sich schließlich zum Mann erklärte.

Für mich hört sich das alles so an, als läge hier ein Fall von internalisierter Lesbophobie vor. Warum wird man denn wütend, wenn man als Lesbe eingestuft wird? Noch dazu wenn es stimmt?

Normalerweise „hinterfragen“ die von der Genderista alles, sie spüren verdeckte „Strukturen“ auf, die Individuen zu Handlungen treiben, die nur vermeintlich freiwillig sind, usw. Aber wenn eine Frau sich verstümmelt und zum lebenslangen Patienten macht, dann muss diese Person gefeiert und darin bestärkt werden. Nike lässt sogar einen Werbevertrag springen:

Das Jugend-Agit-Prop-Magazin des Spiegels fasst die Botschaft so zusammen:

Aber dieses Mal geht es um mehr als die Verführung. Es geht darum, Transgendern Mut zu machen: Lasse dich nicht beirren, verfolge deine Ziele und es wird sich auszahlen. So wie bei Chris Mosier, 35.

Kritische Distanz? Fehlanzeige, wie immer beim Thema Transgenderismus. Lebenslang medizinischer Patient zu sein, auch noch bei einem Gesundheitssystem mit sehr fragwürdiger Zukunft – was soll’s! Gleich mal Testosteron bestellen und ein Termin zwecks Brust-Abnahme vereinbaren. Was sollte da schon schief gehen? Lass dich nicht beirren!

Advertisements

Ein Gedanke zu “Chris Mosier – die erste Frau-zu-Trans-Person im männlichen US-Nationalteam

  1. Du schreibst: „Und es ist ein eher neues Phänomen.“ – Der erste Transgender, den ich persönlich kennegelernt habe, Frau⇒Mann M., und das war sage und schreibe 1975. Damals enthalten im gesellschaftlichen Kanon der allgemeinen Toleranz, aber weit entfernt von irgendwelchem Hype.

    Nicht als Widerrede gedacht, sondern persönlicher Meinungsbeitrag. Insbesondere zur Kernaussage deines Artikels – Skepsis gegen Abenteuer Operationstisch – kein Widerspruch: mit dem Nicht-Beirren-Lassen ist das so eine Sache!

    Habe die Ehre.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s