Artikel-Serie: Daniel Amneus – der Theoretiker des Patriarchats

Frauen sollten nicht emanzipiert sein; sie sollten reguliert werden (Daniel Amneus)

Vor einiger Zeit bin ich durch die Wikimannia erneut auf Daniel Amneus aufmerksam geworden. Schon zuvor wurden seine Bücher von Jack Donavan in Kommentaren auf dem englischsprachigen Männerrechts-Blog „The Spearhead“ (offline) lobend erwähnt.  Daniel Amneus (1919 – 2003) war Professor für englischsprachige Literatur, ein Spezialist für Shakespeare. In seiner Freizeit hat er drei Bücher zu Väterrechtsthemen geschrieben:

Laut dem deutschsprachigen, feminismuskritischen Autor Jan Deichmohle wird Daniel Amneus als „Patenonkel der amerikanischen Väterbewegung“ bezeichnet. Er sei „die geistige Galionsfigur einer amerikanischen Massenbewegung“. Es sei skandalös, „daß seine Bücher fehlen, nicht verkauft werden, unbekannt sind, verschwiegen werden.“

Daniel_Amneus
Daniel Amneus

Um eines gleich vorwegzunehmen: Daniel Amneus als „Patenonkel der amerikanischen Väterbewegung“ zu bezeichnen, halte ich für unangebracht. Amneus ist primär ein ultrakonservativer Streiter für eine Familien- und Sexualmoral, die eher der seiner Jugend als der heutigen gleicht. Väterrechte spielen für ihn nur insofern eine Rolle, als er hoffte, sie für sein eigentliches Ziel – die Restauration der alten Moral – einspannen zu können. Dass er ignoriert wurde, liegt primär an seiner unverblümten Sprache und seinen radikalen Forderungen, die auch die meisten heutigen Männer abstoßend finden. Ginge es nach ihm, wären Frauen zur sexuellen Keuschheit außerhalb der Ehe verpflichtet. Frauen, die sich nicht daran halten, sollten ein Leben am Rande der Gesellschaft führen, slut shaming ist Pflicht (aber die Männer können ruhig ihren sexuellen Spass mit ihnen haben). Sollte eines dieser “gefallenen Mädchen” schwanger werden, hat es weder Anspruch auf Sozialleistungen noch hat der biologische Kindsvater irgendwelche Pflichten oder Rechten bezüglich des Kindes oder der Mutter. Will eine Frau einen Versorger, muss sie schon heiraten. Sollte es allerdings zu einer Scheidung kommen, sollte das Sorgerecht alleine dem Vater, dem Famlienoberhaupt, zugesprochen werden; es ist sein Kind. Berufstätigkeit von Frauen ist Amneus ebenfalls suspekt. „Höhere“ Karriererwege sollten für Frauen zumindest nicht künstlich gefördert werden, „Mickey Mouse“-Kurse wie „women studies“ schon gar nicht.

Eine derartig strukturierte Gesellschaft nennt er passenderweise „Patriarchat“. Er ist der personifizierte Antipode zu modernen Feministen. Was diese verdammen, stellt er als zivilisatorische Meisterleistung da, die es zu verteidigen gilt. Allein deshalb verdient Amneus seinen Platz in den Annalen der Patriachatsforschung; ganz in der Nähe von Paul Julius Möbius, dessen Schrift „Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes“ noch heute für Erheiterung sorgt.

Amneus ist aber kein religiöser Eiferer, ganz im Gegenteil. Er argumentiert ausschließlich aus einer rationalen, säkularen Perspektive; Nützlichkeitserwägungen stehen im Vordergrund. In den folgenden Blogbeiträgen werde ich den deutschsprachigen Leser in sein Werk einführen – damit er nicht länger als verschwiegen gelten kann. Gerade seine triggerndsten Argumente und Aussagen werde ich hervorheben.

Bisher erschienene Artikel:

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2 Gedanken zu “Artikel-Serie: Daniel Amneus – der Theoretiker des Patriarchats

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