Transsexualität: Krankheitsbilder

Das offizielle Trans-Narrativ

Gemäß dem offiziellen Narrativ handelt es sich bei Transsexuellen, um Frauen, die im Körper eines Mannes gefangen sind. (Ich werde mich weitgehend auf Männer beschränken, die zu Frauen transgendern. Frauen transgendern seltener.) Auf der einen Seite gibt es das biologische Geschlecht, auf der anderen Seite die sogenannte Gender-Identität. Die Gender-Identität bezieht sich auf das innere Selbst, das innere Mann-Sein (oder Frau-sein), den tieferen Charakter. Bei den meisten Menschen (den “cis”-Menschen) stimmt das innere und äußere Geschlecht überein – bei Transsexuellen nicht. Sie haben sozusagen ein weibliches Hirn, aber einen männlichen Körper. Die operative Anpassung bezeichnen sie daher als Geschlechts-Anpassung – und nicht sachgerecht als Verstümmelung.

Das Problem an dem Narrativ ist, dass empirisch wenig dafür spricht. Männer, die zu Frauen transgendern wollen, unterscheiden sich deutlich von einer typischen Frau – nicht nur körperlich, sondern auch psychologisch, in ihrem Charakter, in ihrem Verhalten, usw. Schaut man sich die Biographien der Transsexuellen genauer an, merkt man auch recht schnell, dass es nicht die „Transsexuellen“ gibt. Man hat es mit mindestens zwei grundsätzlich verschiedenen Phänomen zu tun, die dazu führen können, dass ein Mann den Wunsch entwickelt, fortan als Frau zu leben. Auf der einen Seite gibt es die homosexuellen Transsexuellen – auf der andere Seite die autogynophilen Transsexuellen.

Homosexuelle Transsexuelle

Bei ihnen handelt sich letztlich um hyper-feminine, homosexuelle Männer (im Volksmund „Tunten“ – ich verwende den Begriff hier und im Folgenden nicht abwertend, sondern deskriptiv. Kennt jemand einen weniger pejorativen Begriff, der kurz und knapp das gleiche ausdrückt?) Mit ihrem „weibischen“ Verhalten unterscheiden sie sich bereits als Kinder von anderen Jungen. Sie interessieren sich eher für Mädchenspielzeug und geben sich mehr als andere Jungen mit Mädchen ab, eben weil sie deren Aktivitäten bevorzugen. Einige von diesen Tunten kommen irgendwann, manchmal bereits in der Kindheit oder Jugend, auf die Idee, sie wären tatsächlich Frauen. Sie merken ja, dass sie anders sind. In der Regel ist das nur ein vorübergehendes Gefühl. Sie wachsen dann normal als Männer auf und leben später als Homosexuelle. Aber einige ganz wenige behalten den Wunsch, lieber als Frau zu leben bei; sie entschließen sich zu transgendern.

Warum nur sehr, sehr wenige feminine Homosexuelle den Wunsch entwickeln, als Frau zu leben, die Mehrheit jedoch nicht, ist unklar. Häufig haben feminine Homosexuellen natürlich einen schweren Standpunkt, sozial, romantisch und sexuell. Das Leben als Frau erscheint ihnen hier vielleicht als Ausweg?

Diese homosexuellen Transsexuellen kommen dem Bild einer Frau, die im Körper eines Mannes gefangen ist, noch am ehesten nahe. Sie zeigen tatsächlich ein paar Charakterzüge und Verhaltensweisen, die für Männer untypisch sind, sondern eher mit dem weiblichen Geschlecht assoziiert werden.

Autogynophile Transsexuelle

Der zweite Typus von Transsexuellen hat nur wenig mit dem Bild einer Frau zu tun, die im Körper eines Mannes gefangen ist. Obwohl sie sich intensiv wünschen, Frauen zu sein, gleicht ihr Verhalten von klein auf nicht im Geringsten dem von Frauen. Sie unterscheiden sich nicht von heterosexuellen Männern. Schon als Kinder wissen sie ganz genau, dass sie Jungen sind. Ihre Interessen, Hobbies, Eigenarten, bevorzugte Spielsachen, usw. sind weitgehend typisch für männliche Kinder und Jugendliche. Wenn sie später, vor der Umwandlung, einen Beruf ergreifen, folgen sie ebenfalls den üblichen männlichen Mustern. Sie werden eher Handwerker oder Ingenieur statt Erzieher oder Krankenpfleger. Sofern sie nicht gänzlich mit sich selbst beschäftigt sind, identifizieren sie sich als hetero- oder bisexuell, nicht homosexuell. Einige gründen zunächst ganz normal eine Familie.

Was sie von normalen heterosexuellen Männern unterscheidet ist ihre Autogynophilie. Sie erschaffen in ihrer Phantasie ein Bild von sich selbst als Frau. Das Bild sexualisieren sie, in das Bild verlieben sie sich. Sie sind nach innen gerichtete Heterosexuelle. Der Sexologe Ray Blanchard, der den Begriff eingeführt hat, unterscheidet zwischen vier verschiedene Weisen, wie sich die Autogynophilie zeigt:

  • Transvestitische Autogynophilie: Dies ist die häufigste Manifestation von Autogynophilie. Die Betroffenen ziehen sich Frauenkleider an, bewundern sich darin und sind erregt. Sie masturbieren und stellen sich dabei vor, wirklich eine Frau zu sein.
  • Physiologische Autogynophilie: Die Betreffenden entwickeln Fantasien, in denen sie Milch absondern, einem Kind die Brust geben, menstruieren oder schwanger werden. Diese Phantasien finden sie sexuell zu tiefst erregend.
  • Verhaltens-Autogynophilie: Hier kreisen ihre Phantasien um Verhaltensweise, die sie stereotyp mit Weiblichkeit verknüpfen. Der Gedanke, sich mit anderen Frauen in einer Umkleide-Kabine umzuziehen oder in einen Friseur-Salon für Frauen zu gehen, erregt sie. Selbst eher triviale Alltags-Aktivitäten wie Stricken oder die Einnahme der Anti-Baby-Bille sind für sie mit einem erotischen Kitzel verbunden. Manche führen sich Gegenstände in den Anus ein und stellen sich dabei vor, ihr Anus wäre eine Vagina. Die Vorstellung, von einer anderen Person erotisch begehrt zu werden, ist für sie faszinierend. Es schmeichelt ihr weibliches „Ich“.
  • Anatomische Autogynophilie: In diesen Phantasien beschäftigen sie sich ganz mit dem weiblichen Körper; sie stellen sich vor, selbst einen weiblichen Körper zu haben. Häufig steht ein ganz bestimmtes Körperteil im Fokus: Brust, Vulva, weiblicher Po. Es wäre „geil“, auch so etwas zu haben.

Bei den meisten Betroffenen zeigt sich die Autogynophile auf mehre der genannten Weisen. Die Mehrheit begnügt sich mit Rollenspielen und ihrer Phantasie. Aber andere gehen einen Schritt weiter, sie transgendern. Sie wollen das werden, was sie begehren – mittels Kleidung, Hormonen und Chirurgie.

Der Ausgangspunkt ihres Wunsches, eine Frau zu werden, ist also eine bizarr-anmutende, männliche Masturbationsphantasie, ein selbst geschaffenes Bild von sich als Frau. Das Bild schmücken sie immer weiter aus, mit ihm identifizieren sie sich zunehmend. Autogynophile Transen sind also keine Frauen, die in einem männlichen Körper gefangen sind. Es sind Männer, die in einem männlichen Körper (inkl. männlichen Gehirn!) gefangen sind. Sie können sich zwar operieren lassen und Hormone nehmen, optisch bleiben sie aber eine schauderhafte Kopie einer Frau. Ihr Verhalten ähnelt auch nicht wirklich dem von Frauen, allen Hormonen zum Trotz.
Was wir sind und was wir tun, ist nur zu einem winzigen Teil unserem Bewusstsein zugängig. Das meiste passiert einfach mit uns, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen und es kontrollieren könnten. Autogynophile Transen versuchen so weit wie möglich das Handeln einer normalen Frau zu imitieren – aber das ist zu wenig. Ihr vielfach grotesk-übersteigertes Imitieren von Handlungen, die klischeehaft für Weiblichkeit stehen, wird von vielen als peinlich empfunden.

Autogynophilie ist eine Paraphilie, wie Fetischismus oder Sadismus. Paraphilien treten überwiegend bei Männern auf – was auch mit ein Grund dafür ist, dass es deutlich mehr Männer gibt, die transgendern wollen, als transgendernde Frauen. Ob es etwas wie Autoandrophilie bei Frauen gibt, ist zweifelhaft.
Wie anderen Paraphilien tritt Autogynophilie in Clustern auf. Wer eine Paraphilie hat, hat mit überproportional hoher Wahrscheinlichkeit noch eine andere Paraphilie. Masochismus scheint besonders häufig mit Autogynophilie einherzugehen.

Autogynophile und homosexuelle Transen im Vergleich

Die meisten Männer, die sich heutzutage in westlichen Ländern einer Geschlechtsumwandlung unterziehen wollen, sind autogynophil; in vielen nicht-westlichen Ländern überwiegen transgendernde Homosexuelle.

Bereits optisch kann man Transen mit recht hoher Trefferquote dem einen oder anderen Typ zuordnen. Homosexuelle Transen sind vergleichsweise attraktiv, während autogynophile Transen nach der Operation nur bedingt etwas mit der Erscheinung einer Frau zu tun haben. Homosexuelle entscheiden sich meist recht früh in ihrem Leben für eine Operation, während sich bei Autogynophilen der Wunsch zur Umwandlung erst im Lauf ihres Lebens entwickelt. Entsprechend gealtert haben die männlichen Hormone ihre Spuren hinterlassen.
Homosexuelle Transen sind primär homosexuelle Männer. Sie wollen mit anderen Männern Sex haben und mit ihnen zusammen leben. Homosexuelle, die zu groß oder zu kräftig gebaut sind, sind sich im Klaren, dass sie als “Trümmer-Transe“ keine Chancen bei anderen Männern haben. Sie sehen daher tendenziell von einer Operation ab. Es sind eher die kleineren, femininer Gebauten, die sich für eine Operation entscheiden. Autogynophile dagegen steht bezüglich der Partnerwahl nicht so unter Druck. Ihre erotische Phantasie kreist ja primär um sie selbst – sie als Frau – nicht um einen anderen Menschen, den sie begehren und dem sie sexuell gefallen müssen.

Auch sozial ist ein Unterschied zu bemerken. Zumindest in den USA und Kanada kommen autogynophile Transsexuelle tendenziell aus der weißen Mittelschicht. Auch bei politisch-aktiven Transen handelt es sich meist um Autogynophile. Sie sind gebildet, intelligent und wohlhabender. Sie können für ihre Anliegen kämpfen. Homosexuelle Transsexuelle kommen dagegen eher aus den unteren sozialen Schichten, häufig haben sie einen Migrationshintergrund. Erschreckend viele bestreiten ihren Unterhalt aus Sex-Arbeit und ähnlichen Tätigkeiten.

[Nachtrag: Das Thema Autogynophilie greife ich in einem weiteren Beitrag erneut auf, dort finden sich sind dann auch Quellen-Angaben.]

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