Leseempfehlung: Aaron Clarey – Enjoy the Decline

Arne Hoffmann stänkert mal wieder. Ein Kommentar von Aaron Clarey zu “Mad Max” und die Reaktionen darauf haben ihm nicht gefallen.

Ich möchte dies als Anlass nutzen, um Werbung für die Werke von Aaron Clarey zu machen. Ich habe zwei seiner Bücher gelesen – beide sind nur in englischer Sprache verfügbar. Es sind Selbsthilfebücher für junge Männer.

Besonders gefallen hat mir das erste, auf das ich mich im Folgenden beschränke. Er erklärt darin, warum die große Zeit der USA – man kann es auf Europa verallgemeinern – erst mal vorbei ist und die des Niedergangs begonnen haben. Aaron Clarey ist eigentlich  Ökonom und hat jahrelang für die Finanzindustrie gearbeitet, was man an diesen Stellen auch merkt. Das Bild, das er zeichnet, mag auf viele deprimierend wirken – aber es hilft nichts, vor der Realität die Augen zu schließen. Man muss umdenken. Auch in Zeiten des Zerfalls kann man glücklich sein, wenn man sich entsprechend anpasst. Aaron Clarey gibt Ratschläge, wie das gelingen kann. Er versucht dem Leser, der vermutlich von Kindheit auf etwas anders hin erzogen wurde, Wege aufzuzeigen, wie sie einige Ideale des ihnen vertrauten Mittelschichtlebens auch mit einem Unterschichts-Einkommen realisieren können. Man wird nicht den Reichtum der Baby-Boomer erlangen, deren gesellschaftlichen Aufstieg, usw. – aber man kann trotzdem mehr Spaß haben als sie. Dazu sind ein paar psychologische Anpassungen nötig, auf die er genauer eingeht. Und natürlich muss man auch ein paar Abstriche machen.

Traditionelle Lebensentwürfe haben unter den neuen Umständen ausgedient. Man endet nur als Idiot, dessen Früchte der Arbeit von anderen konsumiert werden. Der soziale Vertrag zwischen Produzenten auf der einen Seite und Parasiten auf der anderen Seite ist so nachhaltig gestört, dass eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen für die nächsten Jahrzehnte ausgeschlossen ist.

Aaron Clarey empfiehlt als praktikabelsten Weg einen minimalistischen Lebensstil. Wer nicht viel arbeitet und verdient, dem kann auch nicht viel weggenommen werden, der arbeitet auch weniger für andere. Die Regierung kann einem zwar das Einkommen plündern, aber sie kann einem nicht zwingen, viel zu arbeiten un zu verdienen. Als Ausgleich hat man dann jede Menge Freizeit, die man individuell gestalten kann – Hobbies müssen nicht teuer sein.

Heiraten sollte man vermeiden – zu teuer, gerade im Scheidungsfall, der wahrscheinlich ist. Feminismus und Wohlfahrtsstaat haben die meisten Frauen ohnehin so verdorben, dass die Suche nach einer geeigneten Partnerin schwer ist. Für hoffnungslose Romantiker hat er trotzdem ein paar politisch eher unkorrekte Ratschläge zur Partnersuche parat. Auch Leserinnen kommen auf ihre Kosten, für sie hat er analoge Abschnitte parat.

Kinder sollte man keine in die Welt setzen, sofern man nicht der fanatische Familienmensch ist, der unbedingt eigene Kinder benötigt, um glücklich zu werden. Kinder sind teuer und wenn einem die Frau die Kinder wegnimmt – was statistisch nicht unwahrscheinlich ist – wird es nochmals teurer und vor allem emotional sehr belastend.

Man sollte keinen unnötigen Plunder kaufen (teures Handy, Auto, etc.), stattdessen zu gebrauchten Sachen greifen, sie selbst reparieren und so lange nutzen, wie es möglich ist. Und wann immer es geht, sie gleich im Laden stehen lassen.

Den Workaholics, die arbeiten müssen, um glücklich zu sein, oder etwas großartiges erreichen wollen, legt er den Gang ins Ausland nahe – oder Investitionen dort.

Von großartiger Altersvorsorge hält er nicht viel – ganz egal, was die Medien predigen. Angesichts der ökonomischen Lage ist es quasi sicher, dass die Regierungen es vorher weginflationieren oder anderweitig beschlagnahmen werden. Stattdessen eher Sachwerte kaufen, auch Gold und Silber, und vielleicht versuchen, etwas Vermögen ins Ausland zu bringen, wo die Kleptokraten keinen Zugriff darauf haben. Als bessere Alternative für die letzten Lebensmonate empfiehlt er den „Smith & Wesson Retirement Plan“. Was ist erstrebenswert daran, über Jahre hinweg mit Alzheimer in einem Altersheim vor sich hin zu vegetieren? Oder sich die letzten Lebens-Monate als Krebspatient mit Schmerzen zu plagen? Bevor es so weit kommt, sollte man sich rechtzeitig die Kugel geben.

Eine andere große Kunst ist die des Plünderns. Wo immer einem der Wohlfahrtsstaat die Möglichkeit bietet, etwas kostenlos abzugreifen, sollte man das auch tun; nicht nur, weil das schön angenehm ist, sondern auch als Rache. Hierin liegt eine Schwäche des Buches für Leser außerhalb der USA. Es ist zu sehr auf die amerikanischen Verhältnisse zugeschnitten. Den Deutschen stehen viel mehr Möglichkeiten offen, den Wohlfahrtsstaat auszuplündern. Es wäre zu diskutieren, inwieweit sich daraus andere spaßige Lebensentwürfe ergeben könnten, die einem US-Bürger so nicht offen stehen. Mein Cousin hat 4 Kinder, von drei verschiedene Frauen. Natürlich sehen die Frauen kein ¢ent von ihm, er hat ja selbst nichts. Großartige Sanktionen durch den Staat hat er nicht erlebt. (Besonders viel Spaß scheint er nicht zu haben, aber das ist sein persönliches Problem)

Für einige Leser sind seine Ratschläge sicherlich unannehmbar. Christen werden sich an seiner Haltung zum Suizid stören. Und viele werden auch nicht willens oder fähig sein, seinen anderen Empfehlungen zu folgen. Allen den Stinkefinger zu zeigen und seine Arbeit auf ein Minimum zu beschränken, kann je nach Erziehung, Charakter sowie Familie und Freundeskreis, die weiterhin Druck ausüben, schon eine Herausforderung sein. Wer weiß, dass er in diese Kategorie von Mensch fällt, sollte das Buch vielleicht besser nicht lesen.

Alles in allem aber zwei sehr empfehlenswerte Bücher, gerade für junge deutsche Männer, die in ihrem bisherigen Leben durch Schule und Staatsmedien sozialistischer Propaganda ausgesetzt waren. Man hat ihnen allerlei Lügen erzählt, damit sie schön blöd für die viel zu hohen Renten der Baby-Boomer und für allerlei Schmarotzer des Systems buckeln. Gegenaufklärung ist da angebracht. Die grundlegenden Empfehlungen kann ich nur unterstreichen. Wer meint, viel arbeiten zu müssen, um glücklich zu sein, soll ins Ausland gehen, wo eine ordentliche Arbeitsmoral auch honoriert wird. Wer in westlichen Wohlfahrtsstaaten bleiben will, sollte sich darauf konzentrieren, möglichst viel Freizeit zu haben und den Wohlfahrstaat effektiv auszubeuten. Was Unterhaltsnutten und staatlich subventionierte Feministen können, können wir auf anderem Wege auch.

Aaron Clareys Schreibstil ist flüssig, und unzählige Rants – gegen Feministen, social justice warrior, und andere – sorgen für ein kurzweiliges Lesegefühl. Da er die Bücher per Amazon selbst verlegt hat und keinen professionellen Korrekturleser beauftragt hat, stößt man häufiger mal auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Aber das ist nicht weiter störend und gerade deutschsprachigen Lesern wird es weniger auffallen.

PS: Ja, als Männerrechtler würde ich Aaron Clarey nicht bezeichnen. Männerrechtler sind Menschen, die im bestehenden System arbeiten wollen. Sie glauben man könne etwas erreichen, wenn man sich dem kulturmarxistischen Zeitgeist anbiedert. Als neue Opfergruppe hoffen sie vom System genauso belohnt zu werden wie einst die Feministen. So wie heute tausende Gleichstellungsbeauftragte sich angeblich für die Interessen von Frauen einsetzen, hätten sie gerne tausend weiter Gleichstellungsbeauftragte, die für die Interesse der Männer kämpfen, damit diese angemessen Zugang zu ihren Kindern erhalten, usw. Aaron Clarey hat das bestehende System aufgegeben. Es ist so verrottet, dass wir besser bei seinem Kollaps zuschauen und dabei möglichst viel Spaß haben.

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Ein Gedanke zu “Leseempfehlung: Aaron Clarey – Enjoy the Decline

  1. „Männerrechtler sind Menschen, die im bestehenden System arbeiten wollen. Sie glauben man könne etwas erreichen, wenn man sich dem kulturmarxistischen Zeitgeist anbiedert. Als neue Opfergruppe hoffen sie vom System genauso belohnt zu werden wie einst die Feministen“

    Mit dieser Einschätzung magst du bei den einen oder anderen richtig liegen, im Allgemeinen liegst du daneben. Mit der Abgrenzung von Männerrechtlern in toto, machst du einen in der USA schon durchgeführten Zug der MGTOW-Bewegung. Was ist deine Absicht?

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