Mann. Trans. Sein. – Aspekte begrifflicher Verwirrungen

theaterpädagoge.seinDas lang erwartete Buch „Trans. Frau. Sein“ der „Skandalautorin“ Felicia Ewert ist endlich lieferbar. Nachdem Sibel Schick und Annika Spahn das Buch empfohlen haben, konnte ich nicht wiederstehen und habe für euch ein Blick in das Buch geworfen. Der Autor identifiziert sich als Frau und startete mit Ende zwanzig seine Gender-Transition. Auf Twitter ist er bekannt als @redhidinghood_, er gehört dort zur sogenannten „POMO-Bubble“. Die POMO-Bubble vereint Menschen, die darum streiten, wer das größte Opfer ist. Mit Konsistenz, Kohärenz und ähnlichen Werten nehmen sie es dabei nicht so genau. Opfer-Sein sticht Logik. Und wer Opfer ist, dem muss geglaubt werden, sie haben den überlegeneren epistemischen Standpunkt. Auch die Umgangsformen sind abhängig vom Status in der Opferhierarchie. Wer Opfer ist, darf austeilen. So wird etwa Herr Ewert wird nicht müde unter Beifall zu betonen, dass Männer „Abfall“ sind[1]. Sagt dagegen ein Weißer „Neger“, tobt die Szene.

Felicia Ewert ist Opfer, weil er „trans“ ist und weil er eine Frau ist. Als „mehrfach Marginalisierter“ hat er eine hohe Position in der Opferhierarchie. Zu seinen ideologischen Feinden gehören einige Radikalfeministen („TERFs“), die ihn nicht als Frau anerkennen wollen, sondern ihn als Mann auf Seiten der Täter sehen. Um seine Opferposition zu verteidigen, geht er in dem Buch gleich mehrfach auf sie ein, obwohl sie im öffentlichen Diskurs keine Rolle spielen. An einem anderen Punkt bekennt er sich jedoch schuldig, die Erbsünde des Weiß-Seins lastet auf ihm, weswegen er sein Buch mit einer peinlichen Hommage an „Schwarze Frauen, Frauen of Color und ebenso Schwarzen non binary Personen und non binary Personen of Color“ beendet. Die POCs mussten irgendwie mit ins Buch, obwohl sie inhaltlich keine Rolle spielen.

In dem Buch erwartet einen also genau das, was man angesichts seiner Twitter-Timeline erwarten würden: Eine wehleidige Opferinszenierung, die nur an wenigen Stellen ein paar interessante Gedankensplitter enthält. Bereits formal ist das Buch ganz pomo: immer wieder stößt man auf Rechtschreib- und Grammatikfehler, fehlerhafte Zeichensetzung und chaotische Formatierung: nicht eingerückte Aufzählungen ohne Aufzählungszeichen; Zeilen, die wohl eine Überschrift darstellen sollen, aber nicht optisch hervorgehoben wurden; Notizen, die wohl als Fußnote gedacht waren, aber unvermittelt im Fließtext erscheinen, usw. Ein Lektorat scheint es beim assemblage-Verlag nicht zu geben. Die meisten Fehler hätte bereits ein handelsübliches Textverarbeitungsprogramm angekreidet. Ob er die Rechtschreib- und Grammatikkorrektur deaktivieren musste, weil diese bei den szenentypischen Marotten wie Gender-Sternchen oder den zahlreichen Worten, die einfach dem Englischen übernommen wurde, sowieso scheitert?

Der Umfang des Buches beträgt nur knapp über 150 Seiten – bei überraschend großer Schriftgröße. Die 25 Kapitel hat man schnell gelesen. Mit den Kapiteln wechselt er häufig die Ebene. Mal erzählt er aus seinem Leben, mal schildert er die Rechtslage für Transsexuelle in Deutschland, mal erläutert er gegnerische Positionen, dann kommt wieder ein langer rant oder er rekapituliert seine Twitter-Kämpfe. Am interessantesten fand ich die Kapitel, in denen er aus seinem eigenen Leben erzählt, dem Leser erklärt, wie er ganz persönlich Geschlechts-Dysphorie erlebte, wie sein Umfeld reagierte, usw. Leider sind diese Stellen sehr kurz gehalten. Geht er auf gegnerische Positionen wie denen der TERFs und Mainstream-Feministen ein, scheitert er meist kläglich. Er schafft es nicht, deren Position angemessen wiederzugeben, und als Antwort kommen nur moralische Empörungsschreie oder er flieht ins Unverständliche.

In den ersten Kapiteln macht er den Leser mit dem szenentypischen Vokabular vertraut: Was bedeutet „Cissexismus“, „Transfeindlichkeit“, was sind „Gatekeeper“, usw. Das erleichtert denen, die mit seiner Welt nicht vertraut sind, den Einstieg. Gleichzeitig deutet sich bereits bei den Begriffsklärungen das Problem an, das sich durch die restlichen Kapiteln ziehen wird. Er redet zwar dauernd von „Geschlecht“, aber wir erfahren nur, was Geschlecht laut ihm nicht ist, eine positive Auflösung erfolgt nicht, jedenfalls keine verständliche.

Bei Sifftwitter und anderen ist er ja nicht ohne Grund so beliebt. Die Transaktivisten sind untereinander gespalten. Auf der einen Seite gibt es Aktivisten wie Debbie Hayton. Sie sagen von sich, dass sie eigentlich Männer sind, aber lieber so leben würden, als ob sie Frau wären. Auf der anderen Seite stehen Aktivisten wie Felicia Ewert oder Julia Serano. Sie halten sich für reale Frauen, sie sind mehr als nur Als-Ob-Frauen. Und wenn Menschen wie sie noch einen Penis haben, dann ist der Penis eben ein weibliches Körperorgan. Das ist eine sehr kontraintuitive Redeweise und auf solche Aussagen stürzen sich dann die Sifftwitterer und verspotten ihn.

Geschlechtliche Selbstbestimmung

Ein Beispiel für eine solche Redeweise aus dem Buch:

Ich möchte den Anstoß dazu geben, den Schluss vom Körper auf das Geschlecht in allen möglichen Facetten zu unterlassen.

Statt also von bestimmten Organen auf ein Geschlecht zu schließen, kann hiernach jedes Körperteil, jedes menschlich vergeschlechtlichte Organ jedem Geschlecht zugehörig sein. Eine Frau kann ausgeprägte Brüste und Penis haben. Sie kann diese Organe haben und sie für sich völlig anders bezeichnen, weil bestehende vergeschlechtlichte Begriffe bei der Person schwere Dysphorie auslösen können. […]

Um es abzukürzen:

Falsch: „Ah, diese Körper weist diese oder jene Organe auf, muss also weiblich sein.“

Richtig: „Diese Person teilt mir mit, dass they eine Frau sei. Their Körper ist also eine Frau.“

[…]

Personen ein Geschlecht zuzuweisen und den Willen von ihnen nicht zu respektieren, ist Gewalt. Es läuft der geschlechtlichen Selbstbestimmung einer Person zuwider, wenn du versuchst deine diskriminierende Einstellung und Überzeugung als wichtiger zu betrachten.

[…]

Biologismus: Schluss vom Körper auf das Geschlecht, Abweichungen werden pathologisiert oder maximal als das Identität/Empfinden eingestuft

Ich: umgekehrte Herangehensweise → Wenn Person eine Frau, dann Körper einer Frau.

An anderer Stelle:

Ich widerspreche keinerlei körperlichen Funktion von Chromosomen, Hormonen und Organen. Wohl aber den falschen Schlüssen, diese in ein unumstößliches, zweigeschlechtliches System zu integrieren und alle Personen, die „hinausfallen“ und sich zur Wehr setzen zu attackieren, zu diskriminieren und auszuschließen. Anders ausgedrückt, bestimmte Organe zu haben, bedeutet, dass eine Person bestimmte Organe hat. Ein Geschlecht leitet sich daraus allerdings nicht ab und der Zwang zum Besitz eines bestimmten binären Geschlechts auch nicht.

Kurz: ich stelle nicht die Biologie ™ in Frage, sondern ihre biologistische Vereinnahmung von Menschen gegen Menschen.

Wer von sich sagt, er sei eine Frau, ist eine Frau. Selbstbestimmung. Punkt. Was das positiv bedeutet, wissen wir nicht. Es hat jedenfalls nichts mit Biologie zu tun, nichts mit Gameten, usw.

Biologisches Geschlecht vs. soziales Geschlecht

Gleich in mehreren Kapiteln diskutiert er die Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht („sex“) und sozialem Geschlecht („gender“). Männlein und Weiblein benötigen alle Kulturen zum Überleben, aber die konkreten Rollenerwartungen, Werte, Normen, etc. variieren von Kultur zu Kultur. Hier bietet sich ein Ausweg für Menschen wie ihn: Man könnte ihn als biologischen Mann klassifizieren, der lieber in der Rolle („gender“) einer Frau leben will.

Aber mit diesem Ausweg ist er nicht glücklich. Es ist ja immer noch von zwei „biologischen Geschlechtern“ die Rede, was Ausschlüsse reproduziert. Hier ist kein Platz für nicht-binäre Menschen. Außerdem sind Rollen sind ja stets Rollen für jemanden. Für einen Polizisten gelten andere Normen wie für einen Lehrer, je nach Funktionen in der Gesellschaft gibt es zusätzliche Regeln. Und dass es für Frauen und Männer unterschiedliche Normen gibt, wird gewöhnlich darauf zurückgeführt, dass sie zur Reproduktion einen unterschiedlichen Beitrag leisten („Biologismus“). Zudem sind Werte etwas, was gesellschaftlich ausgehandelt wird, das läuft dann der „geschlechtlichen Selbstbestimmung“ zu wider.

Deshalb bezeichne ich die Kategorie des „sozialen“ Geschlechts auch als das gute Gewissen des cis Sexismus. „Gutes Gewissen“, weil mit einer Berufung auf dieses, in Bezug auf trans Personen Wohlwollen und Respekt symbolisiert werden sollen. Mit einer Berufung auf ein „soziales Geschlecht“ soll die Aufrechterhaltung der Kategorie des „biologischen Geschlechts“ legitimiert werden […]

Es wird beabsichtigt trans Personen Anerkennung zuzugestehen und gleichzeitig an cissexistischen Annahmen festzuhalten. Ein solcher Spagat geht grundsätzlich zu Lasten von trans Personen. Was hierbei geschieht ist eine Form der geschlechtlichen Hierarchieverstärkung, in der trans Personen unweigerlich auf eine niedrigere Stufe positioniert werden und zusätzlich noch eine gewisse Dankbarkeit von ihnen erwartet wird […]

Jede Berufung auf eine biologische Nachweisbarkeit schließt Frauen aus und zwingt gleichzeitig Personen, die gar keine Frauen sind, unter dieses Label.

Aber er erkennt auch einen Fortschritt:

Wodurch sich diese Abgrenzung [zwischen sex und gender] auszeichnet, ist das Bewusstsein, dass Geschlecht eben nicht nur aus Biologismus besteht, sondern ein persönliches geschlechtliches Empfinden, eine Identität, ein Bewusstsein über das eigene Geschlecht […] Das Geschlecht eben mehr ist als eine vermeintlich unabänderliche „biologische Tatsache“. Dies war auch mein erster Berührungspunkt und erster Ausschlaggeber, Geschlecht als etwas viel größeres zu begreifen.

Was das „viel Größere“ sein soll, bleibt jedoch unverständlich. Wer sagt, er sei eine Frau, ist eben eine. Und wer sich als Blörg identifiziert, ist ein Blörg, wer sich als Kolü identifiziert, ist Kolü. Das er ist nicht verständlich machen kann, liegt in der Natur der Sache. Um es verständlich zu machen, müsste er es auf etwas Konkretes zurückführen, etwa Verhaltensdispositionen, Charakterzüge, etc. Aber die könnte man von außen beobachten. Man selbst könnte sich irren, die anderen könnten Recht haben, die „geschlechtliche Selbstbestimmung“ wäre nicht mehr gegeben. Selbstbestimmung und Verständlichkeit schließen sich aus. (Der Rückgriff auf „geschlechtliches Empfinden“ oder dergleichen hilft nicht weiter. Wer steckt schon in der Haut des anderen und weiß, was diese fühlen? Auch das Sprechen über psychische Vorgänge wird erst dann verständlich, wenn man es auf beobachtbares Verhalten herunterbrechen kann.)

Begriffsdefinitionen schaffen keine Wirklichkeit

Er könnte den Punkt mit der Selbstbestimmung natürlich abschwächen, aber selbst dann ist mir nicht klar, was das alles soll. Begriffe sind so etwas wie mentale Repräsentationen der Wirklichkeit, sie geben uns die Fähigkeit, die Welt zu kategorisieren: Das ist ein Mensch, das ist ein Tiger, usw. Begriffe sind notwendigerweise ausschließend und diskriminierend. Man kann sich neue Begriffe ausdenken oder bestehende Definitionen ändern. Die Aussage von Person A „Philipp Ewert ist ein Mann“ und die Aussage von Person B „Philipp Ewert ist eine Frau“ können beide gleichzeitig wahr sein, sofern die beiden Sprecher mit den Wörtern „Mann/Frau“ jeweils andere Begriffe verbinden. Philipp Ewert bleibt davon ganz unbeeindruckt. Er bleibt der, der er ist. Man ändert die Wirklichkeit nicht, indem man andere Begriffe an sie heranträgt.

Besonders deutlich wir der Unfug in dem Kapitel über „cotton ceiling“, in dem er Lesben, die Transfrauen als Partner ausschließen, ein schlechtes Gewissen einreden will.  Aber man steht doch nicht auf Menschen, die mit einem bestimmten Wort („Frau“) klassifiziert werden oder die sich ein bestimmtes Geschlecht selbst geben; man steht auf konkrete Menschen aus Fleisch und Blut, Menschen, von denen ein bestimmter Geruch ausgeht, die so und so aussehen, die entsprechende Pheromone absondern, usw. Wenn morgen Tagebücher von Marilyn Monroe auftauchen, aus denen hervorgeht, dass sie sich als homosexueller Mann identifizierte, wird sie nicht plötzlich zum Sexobjekt schwuler Männer aufsteigen. Vermutlich gelingt es in begrenzten Maße, Menschen mit Begriffstricksereien zu übertölpeln und zu Entscheidungen zu drängen, die sie eigentlich nicht wollen. Aber das Ganze hat Grenzen, und einige Menschen werden das Spiel durchschauen und den Trickspieler zur Rede stellen.

An anderer Stelle will Herr Ewert gar seine Sozialisation als „weiblich“ definiert wissen. Ja, das kann man alles umdefinieren, aber es geht ganz an der Sache vorbei. Die Menschen haben ihn in Kindheit und Jugend als Jungen angesehen und entsprechend behandelt; das ist das, was zählt, nicht das was er im Alter von 31 vor sich hin definiert.

Begriffe müssen der Lebensrealität gerecht werden

Deine Frage: „Wenn nicht Körper, Intimorgane, Hormone und Chromosome das Geschlecht bestimmen, was dann?“

Dieser Frage möchte ich […] entgegnen.

Weshalb ist es dir so wichtig, dass dein Geschlecht eine biologisch nachweisbare Grundlage hat?

Warum? Wir wollen Begrifflichkeit nutzen, die etwas mit unserer Lebensrealität zu tun haben. Wir sehen z.B. wie Hund oder Affen Spaß am Sex haben, wie sie ejakulieren, menstruieren, usw. Das läuft ähnlich wie bei uns, wir erkennen uns zum Teil in ihnen wieder und wenn wir genügend Generationen zurückgehen, werden wir sogar auf gemeinsame Vorfahren stoßen.

Diese archaischen Wurzeln tragen wir noch in uns. Einige Teile unseres Gehirn, sind recht alt und ähnlich bei unseren Vorfahren anzutreffen, andere Teile, die mit Sprache und Selbstbewusstsein zu tun habe, sind evolutionär recht jung. Nicht alles, was in unserem Körper, unserem Gehirn vorgeht, ist unserem Selbstbewusstsein direkt zugänglich. Deshalb benötigen wir Wissenschaften wie die Psychologie, die uns diese Abläufe sichtbar machen und uns unser Verhalten erklären.

Eines der Dinge, die weitgehend automatisch ablaufen, ist die Einordnung eines Fremden, der uns gegenübertritt – man kann das auch bei anderen Tieren als dem Menschen beobachten: Ist der Fremde ein Weibchen oder ein Männchen, ein Jungtier oder Erwachsener? Wo könnte er in der Hierarchie stehen? Wie der Gegenüber sich selbst definiert, spielt keine Rolle für die Gefühle, die in uns ausgelöst werden, und für die Taten, die wir dann meist unbewusst ausführen. Wir benötigen passende Begriffe, um Ordnung ins das Chaos zu bringen, Tendenzen zu erkennen, welche Art von Menschen bei uns welche Gefühle hinterlassen. Ob die Bezeichneten sich dadurch diskriminiert, ausgeschlossen oder was auch immer fühlen, spielt keine Rolle, entscheidend ist die Nützlichkeit zur Beschreibung unserer Lebensrealität. Angesichts der schieren Masse an Menschen, mit denen wir konfrontiert werden, ist es ohnehin nicht möglichen, deren „Selbstbestimmung“ zu respektieren.

(Ob nach seiner neuen Begrifflichkeit Hunde überhaupt ein Geschlecht haben? Sie haben kein Selbstbewusstsein und keine Autonomie, sie können sich kein Geschlecht geben.)

„Geschlechtliche Selbstbestimmung“ als narzisstische Anmaßung

„Geschlechtliche Selbstbestimmung“ stellt letztlich den Versuch dar, eine bestimmte Wahrnehmung der eigenen Person durch andere zu erzwingen, indem man seine Begriffe vernebelt, ihm ein bestimmtes Vokabular aufnötigt.  Aufgrund der menschlichen Psychologie ist der Versuch zum Scheitern verurteilt. Die Opfer, die für den Versuch erbracht werden müssten, sind groß.

Es gibt z.B. die Regel, dass nur eine Polizistin die körperliche Durchsuchung einer Verdächtigten vornehmen kann. Männer haben das zu häufig missbraucht, zu viele Frauen fühlen sich unwohl dabei. Die gläubige Muslima reagiert vermutlich anders als eine Atheistin auf Angrabbelung durch einen Mann, das Vergewaltigungsopfer anders als eine Frau ohne eine solche Vergangenheit. Mit „geschlechtlicher Selbstbestimmung“ ist die Regel hinfällig. Wenn sich der Polizist zur Frau erklärt, darf er die gläubige Muslima oder das Vergewaltigungsopfer begrabbeln. Sollen sie sich gefälligst nicht so anstellen! Der Grabbler ist eine Frau wie sie, seine „Gender-Gefühle“ haben Vorrang vor ihrer cissexistischen Einschätzung der Lage.

Ein anderes Beispiel: Die junge Ayşegül wird im Auftrag ihrer Familie von ihren Cousins überwacht. Die müssen vor allem darauf achten, dass sie in ihrer Freizeit nicht mit Jungen Kontakt hat. Bisher wurde sie von ihren Cousins zum Volleyballtraining gebracht und danach wieder abgeholt. 90 Minuten hatte sie etwas Freiheit unter anderen Jugendlichen, die lockerer erzogen sind als ihre Verwandten. Sobald in das Sporttraining auch ein Junge kommt, der sich für ein Mädchen hält, ist es damit vorbei. Die Cousins werden ganz sicher nicht die absonderlichen Vorstellungen der POMO-Bubble übernehmen. Auch andere Mädchen bleiben dann lieber zu Hause, weil sie sich beim Umkleiden und unter der Dusche nicht von einem „Mädchen mit Penis“ begaffen lassen wollen. Die Gefühle Ayşegüls und der anderen Mädchen spielen wieder keine Rolle, die Gender-Gefühle des „Mädchen mit Penis“ haben Vorrang. Am Ende hat der Junge auch nicht viel davon, weil die ursprüngliche Mannschaft, mit der trainieren wollte, nicht mehr vorhanden ist…

Felicia Ewert spricht die Thematik selbst mehrfach an. In einem Kapitel schildert er gar, wie man ihn aus der Frauentoilette werfen wollte. Aber er zeigt keinerlei Verständnis für die Probleme, die hier entstehen. Wenn Fremdwahrnehmung und Eigenwahrnehmung auseinanderfallen, ist das für ihn Ausschluss und Diskriminierung, die nicht zu dulden ist. Es geht ihm einzig und allein um seine Gefühle, seine Verletztheit, wenn er oder andere Transfrauen daran erinnert werden, dass sie eben keine Frau sind. Die Gefühle der anderen werden entweder wegdefiniert oder dienen gar als Ausgangspunkt, um den Betroffenen Schuldgefühle einzureden: Was für ein bigotter Mensch, er hat „Transphobie“ internalisiert, er sollte sich schämen.

Es gibt kein Recht darauf, von anderen so wahrgenommen zu werden, wie man es sich erhofft. Die Idee einer „geschlechtlichen Selbstbestimmung“ ist zurückzuweisen. Er kann mit seinem Körper machen, was er will, inklusive Hormonersatztherapie und „Vaginal“-OP. Aber ob andere ihn als Frau anerkennen, ist deren autonome Entscheidung. Inklusion und Anerkennung kann man nicht erzwingen, er muss seine Mitmenschen darum bitten, ihn als Als-Ob-Frau anzuerkennen – „soziale Konstruktion von Geschlecht“ sozusagen. Das „Gatekeeping“ durch Gerichte und Therapeuten, gegen das er in mehreren Kapiteln anschreibt, könnte Transsexuellen wie ihm da ironischerweise eine Hilfe sein. Je strenger das Screening durch Therapeuten, je größer die Hürden sind, desto größer ist das Vertrauen von Außenstehende in das System, desto größer die Bereitschaft, bei deren Gender-Performance mitzumachen. Es ist wie in anderen Lebensbereichen auch. Wenn jeder qua Geburt ein Anspruch auf das Abitur hat, ist das Abitur nichts wert. Bestehen nur zehn Prozent eines Jahrgangs nach großer Anstrengung die Abiturprüfung, ist das Zeugnis viel mehr wert, man hat es bei den Bewerbungen einfacher, wird aber auch dann nicht von allen Unternehmen eingestellt werden. Und genauso werden auch Transgender damit leben müssen, dass es immer auch Menschen gibt, die sie anders als erhofft behandeln. Keine Begriffstrickersei wird daran etwas ändern. Und seine regelmäßigen Ausfälle auf Twitter werden vermutlich auch nicht zum Erfolg seines Anliegens beitragen.

[1] Da er keine Manieren hat, komme ich ihm auch nicht entgegen und nutze für ihn konsequent männliche Pronomen. Das ist eine Ausnahme, bei anderen Transfrauen nutze ich weibliche Pronomen.

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Penis-Neid: Warum Jungen besser in Physik sind

Woran liegt es, dass es mehr physikbegabte oder interessierte Jungen als Mädchen gibt? Drei Gender-Forscher glauben einen Teil der Antwort gefunden zu haben: Jungen haben in der Kindheit einfach mehr Praxiserfahrung gesammelt – durch ihre Pullermann-Spiele!

Taking the pee out of physics: how boys are getting a leg-up

Physics is heavily skewed towards boys because they have a unique advantage when it comes to understanding projectile motion …

Playful urination practices – from seeing how high you can pee to games such as Peeball (where men compete using their urine to destroy a ball placed in a urinal) – may give boys an advantage over girls when it comes to physics. And we believe there’s something we can do about it.
….
Let us explain in more detail. The gender gap in physics, and other related subjects including engineering, has long been a cause for concern.

The fact that boys (and men) play with their ability to projectile pee is hardly contentious. Boys are trained to pee into toilet bowls with floating targets, a huge variety of which can be bought on Amazon; Amsterdam Airport Schiphol famously cleaned up its urinals by encouraging men to hit flies etched next to the drain; and Peeball is now a worldwide phenomenon.

Meanwhile, YouTube videos explain how to write your name in the snow with your pee; and the post-match celebration peeing antics of sportsmen are widely reported in the media.

All this is experienced up to five times a day, so by 14, boys have had the opportunity to play with projectile motion around 10,000 times. And 14 is when many children meet formalised physics in the form of projectile motion and Newton’s equations of motion for the first time.

Jaja, da werden in der Tat Kindheitserinnerungen wach. In den Schnee habe ich damals auch gerne gepinkelt. Das Lagerfeuer mit unserem Strahl zu löschen, hatte einen noch größeren Reiz. Überwindung kostete die Sache mit den Farb-Effekten. Man musst wirklich verdammt viel rote Beete essen, damit man danach rot pinkelte. Rote Beete sind nicht jedermanns Sache.

Aber zurück zum Thema. Zwei Punkte überraschen mich an der Erklärung:

  1. Dank der Genderforschung wissen wir doch, dass das Flüssige mit der Weiblichkeit verbunden ist, Feststoff dagegen mit dem Männlichen – siehe hierzu die bahnbrechenden Arbeiten von Luce Irigaray. Und jetzt ist das Flüssige plötzlich der Grund für einen Vorteil der Jungen?
  2. Das klingt doch schon sehr nach Penis-Neid – und dabei haben die Feministen der 60er Jahren ganze Bücherregale gegen Freuds Theorie angeschrieben; eine überraschende Wendung!

Da mir die physikalische Bildung von Mädchen und Frauen sehr am Herzen liegt, habe ich einen Ausweg ersonnen: Wir lassen die Mädchen einfach von klein auf den Abwasch erledigen. Mittels eines kleinen Schlauches am Wasserhahn werden sie spielend an das herangeführt, was die Jungen Tag für Tag auf dem Klo einüben. Und das Geschirr wird auch schön sauber.

Genderfluid: Ein 12-jähriger Junge transgendert zum Mädchen und wieder zurück

„60 Minuten“ Australien hat gestern eine verstörende Reportage über einen Teenager, Patrick Mitchell, ins Netz gestellt. Als Patrick 12 Jahre alt war, diagnostizierten Ärzte „Gender Dysphoria“ bei ihm. Die überforderte, alleinerziehende Mutter gab ihm schließlich eigenmächtig (!) weibliche Hormone, da eine reguläre Behandlung legal nicht möglich gewesen wäre. Zwei Jahre später überlegte Patrick es sich anders. Jetzt ist er wieder ein männlicher Teenager – allerdings mit Brüsten und einer eher ungewöhnlichen Figur, da die zusätzlichen weiblichen Hormone sein Wachstum während der Pubertät beeinflussten.

Es ist erschreckend zu sehen, wie das toxische Transgender-Narrativ verzweifelte Mütter dazu treibt, an ihren Söhnen herumzuexperimentieren. Aber nach der Verstümmelungs-Reality-Doku „I Am Jazz“ und ähnlichen Formaten, ist diese Entwicklung alles andere als überraschend.

Die reguläre TV-Ausstrahlung am vergangenen Sonntag wurde aus unklaren Gründen „verschoben“. Wen es interessiert, sollte es sich gleich anschauen, bevor es auch auf Youtube depubliziert wird.

Streit um IBPOCs und Pay-Sex eskaliert: Trans-Allies verwüsten Frauenbibliothek und greifen eine Besucherin an

Dass es innerhalb der feministischen Bewegung Spannungen gibt, wurde in der Blogosphäre zuletzt anlässlich des Emmas-Artikel über die Hetzfeministen thematisiert. Welche illustren Blüten der Konflikt zu Weilen trägt, zeigt sich aktuell an der Auseinandersetzung um eine neueröffnete Frauenbibliothek in Vancouver – pures Komödiengold😆 Die Bibliothek wurde von lokalen Feministen gegründet; ihr Angebot an Büchern ist überschaubar und auch die Fotos auf Instagram deuten auf einen kleinen Rahmen hin. Kein Steuergeld-Grab, sondern Eigenregie und Freiwilligen-Arbeit.

Im Verein, der die Bibliothek trägt, können zwar nur Frauen Mitglied werden, aber Männer dürfen als Besucher ebenfalls vorbeischauen. Auf ihrer Homepage betonen sie extra, dass sie ganz toll queer und intersektional sind, Frauen mit jeglichem Hintergrund seien willkommen.

Aber einige halten das für eine vorgeschobene Schutzbehauptung weißer Cis-Frauen, die mit dem kolonialistischen, weißen Patriarchat unter der Decke stecken. Eine Gruppe namens „Schwule (gays) gegen Gentrifizierung“ (kurz GAG) setzte sich an die Spitze des Protests und veröffentlichte angesichts der Eröffnung der Bibliothek folgendes Statement  – angeblich in Kooperation mit zahlreichen anderen Gruppen.

We are writing this list of demands in response to the opening of the Vancouver Women’s Library. With the ongoing violence against trans women, sex workers, and IBPOC (Indigenous, Black, and People of Colour) perpetuated by one of the main organizers paired with the exclusion of work that centers trans women and sex workers we came together as a group including: sex workers, trans women, POC, queers, and people in solidarity. […] there is nothing radical about replicating settler-colonial violence, transmisogyny, and whorephobia
[…]
TERFs and SWERFs are complicit in violence against sex workers and trans women and it is imperative that we do not let this violence go unnoticed. The same ideology and praxis of hate is present and replicated in right-wing/alt-right/neo-nazi organizing. TERFs and SWERFs organize for the same violent policies and work in partnership with right-wing hate groups to replicate settler-colonial white-supremacist constructions of cisheteropatrarchy that outright reject, erase, and deny IBPOC sovereignty, body sovereignty, and all peoples that do not fit under euro-centric nativism.
[…]
Cis white women are the beneficiaries of white supremacy. People who are the most affected by police brutality, settler colonialism, racialized violence, incarceration, gentrification, sexual violence, ableism and houselessness can and should be the people creating safer spaces for those most impacted by these experiences.

Es liest sich wie eine Parodie der Intersektionalen-Sekte.

Das Schreiben enthält mehrere Forderungen, die die Bibliothek umzusetzen habe. So verlangen sie eine Zensur des Buchbestandes: Bücher, die sich kritisch zur Prostitution oder dem Phänomen der Transsexualität äußern, sollen verschwinden. Der Vorstand des Vereins soll neu gewählt werden. Es dürfen nicht nur länger weiße CIS-Frauen vertreten sein, Transen und IBPOCs dürfen nicht übergangen werden! Und natürlichen sollen die Betreiber öffentlich eingestehen, dass sie selbst bei der Marginalisierung anderer Frauen mitgewirkt haben. Usw.

Vor lauter Spinnereien versäumen sie Grundsätzliches zu erklären. Warum eröffnen sie nicht einfach eine eigene Bibliothek? Mit welcher Berechtigung mischen sich in von anderen geschaffenen Strukturen ein? Die Bibliothek könnte statt feministischer Literatur genauso gut Briefmarken oder Nazi-Memorabilien ausstellen. Sie sind der Öffentlichkeit keinerlei Rechenschaft für ihre privaten Hobbies schuldig.
Letztlich sollte man ihnen dankbar sein. In Deutschland werden derartige Bibliotheken vom Steuerzahler finanziert und Männer haben keinerlei Zutritt. Da gefällt mir deren Modell deutlich besser.
Und selbst wenn der Verein doch Steuergelder erhalten sollte, ist nicht ganz klar, warum ausgerechnet die Schwulen-Aktivisten bestimmen sollten, wie es dort zugeht. Missstände würde man dann besser im Stadtparlament ansprechen.

Aber zurück zu den „Schwulen gegen Gentrifizierung“. Die Aktivisten beließen es nicht bei Facebook-Posts, sie statteten der Bibliothek einen Besuch ab (Details hier und hier). Sie wurden dort zunächst auch willkommen geheißen. Was spricht schon gegen einen Dialog? Aber die Situation eskalierte schnell: Sie rissen Poster von der Wand, überschütten Bücher mit Wein, grölten lautstark ihre Parolen, hielten sich nicht an das Rauchverbot, und und und. Schließlich wurde die Polizei gerufen und die Auseinandersetzung verlagerte sich vor die Bibliothek. Dort griffen sie dann im Verlauf des Abends noch eine Besucherin an, verbarrikadierten den Eingang und stahlen eine handbemalte Reklame-Tafel.

Da die Schwulen-Aktivisten aus den Reihen der Frauenbibliothek als „Anti-Feministen“ beschrieben wurden, will ich mich an dieser Stelle stellvertretend für zahlreiche Antifemisten von dieser Art von Protest distanzieren (auch wenn ihre internen Streitereien natürlich sehr erheiternd sind🤣): Privat-Eigentum ist selbstverständlich heilig, das Hausrecht einzuhalten. Es wäre bedauerlich, wenn sich die Bezeichnung „Anti-Feministen“ für „Trans-Allies“ und Schwulen-Aktivisten etablieren würde. Andere sprechen von Queer-Faschisten – der Begriff gefällt mir schon besser.

Audi wirbt mit Gender-Pay-Gap-Lüge

Die unterbezahlten, unterjochten Frauen haben heute so viel Geld, dass Audis Werbekampagnen sich explizit an sie richtet. Einen neuen Audi wird man sich schon noch leisten können, selbst wenn man eigentlich mindestens 30,000$ mehr pro Jahr verdient hätte 🤡

Bei der Youtube-Gemeinschaft kommt der Spot allerdings nicht gut an. Die meisten Daumen gehen nach unten👎 Mal sehen, wie lange es dauert, bis sie die Kommentare deaktivieren 😆

Nachtrag: Mark Dice kommentiert das Video:

US-Feministen marschieren mit Linda – einer arabisch-rassistischen Islamistin

Am vergangenen Samstag, am 21. Januar 2017, dem Tag nach der Amtseinführung Donald Trumps, gingen in den USA Millionen Menschen auf die Straße, vor allem Frauen. Women’s March nannten sie die Proteste. Alleine in Washington versammelten sich über eine halbe Million Menschen. Konkrete Forderungen hatten sie nicht, Trump hatte noch kein Gesetz angekündigt, gegen das man demonstrieren konnte. Sie wollten einfach ihr Unbehagen ausdrücken, den Frust über die verlorene Wahl. Wäre man zu konkret geworden, wäre es unweigerlich zu Spaltungen und Streitereien gekommen, wie es sich bei der Debatte um Lebensschützerinnen, die mitmarschieren wollten, andeutete. Also überließ man es weitgehend den Teilnehmern, gegen was sie protestierten.

Eine der vier Vorsitzenden des Protests-Komitees war Linda Sarsour. #IMarchwithLinda war ein beliebter Hashtag, mit dem für die Veranstaltung geworben wurde. Bernie Sanders bedankte sich bei ihr:

Und ebenso Amnesty International:

Und Mark Ruffalo:

und tausende weitere Prominente.

Irgendwie ist es ja verständlich. Linda Sarsour ist eine Frau – eine von Sexismus Betroffene; sie ist eine Farbige, eine PoC – eine von Rassismus Betroffene; sie ist Muslima mit Kopftuch – eine von Islamophobie Betroffene; sie kommt aus dem Nahen Osten – eine vom Kolonialismus Betroffene. Kurzum, sie ist eine leidende Gerechte, eine, die sich mutig dem Goliath entgegenstellt, dem Donald Trump, dem bösen, alten, weißen Mann. Und da sie so vieles verkörpert, was sich bestens in die bizarre Säkularreligion westlicher Feministen integrieren lässt, schauen sie nicht so genau hin, wem sie da hinterherdackeln. Wir in Deutschland kennen das Symptom ebenfalls. Hier wird die Millî Görüş-Lobbyistin Kübra Gümüşay als moslemische Feministin von Talkshow zu Talkshow gereicht – über die dunklen Flecke ihrer Biographie schaut man so großzügig hinweg, wie es ihre Mitschwestern in den USA im Falle Linda Sarsour tun.

Linda Sarsour ist die älteste Tochter palästinensischer Migranten aus New York. Im Alter von 17 Jahren wurde sie verheiratet, eine arrangierten Ehe. Sie gebar drei Kinder, ging ein wenig zur Universität und engagiert sich seither als Islam-Aktivistin. Aktuell ist sie Direktorin des Arabisch-Amerikanischen-Vereins von New York.

Von anderer Seite wurden intensiv ihre Verbindungen zur terroristischen Hamas und zur Moslembruderschaft sowie ihre israelfeindlichen Äußerungen beleuchtet. Aber ich will hier die Gender-Frage untersuchen, nicht ihre Haltung zur Geschichte und Politik des Nahen Ostens. Dass eine palästinensische Muslima eine etwas andere Sichtweise auf den Israel-Palästina-Konflikt hat, ist ja nicht überraschend. Das alleine schließt noch nicht aus, dass sie ansonsten eine vorzeigbare Feministin ist. Selbst Judith Butler äußert sich ja auf eine Weise zu Israel, die vielen nicht passt.

Ihre Vorstellungen von Feminismus wird viele aber noch mehr enttäuschen. In einem Tweet fasst sie es schön zusammen:

Sie will nicht von weißen Frauen von Leiden „befreit“ werden, von denen speziell Frauen aus moslemischen Kulturkreisen betroffen sind. Weiße Frauen sollen sich nicht in die internen Angelegenheiten moslemischer Familien einmischen.

Andere Frauen aus ihrem Kulturkreis sehen das natürlich anders. Sie haben sich zusammengeschlossen, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Ein Produkt dieser Zusammenarbeit ist der Dokumentarfilm „Honor Diaries„.Bei dem Film handelte es sich keinesfalls um pauschale Islam-Verdammung wie man sie aus dem Umfeld von PI-News kennt. Er war aber natürlich auch alles andere als eine Werbung für den Islam. Er dokumentiert weibliche Genitalverstümmelung und andere Formen der Unterdrückung weiblicher Sexualität, Ehrenmorde, Zwangsehen und die mangelnde Möglichkeit vieler Mädchen, Bildung zu erlangen – alles Themen, die Feministinnen am Herzen liegen. Für Linda Sarsour aber stehen andere Dinge im Mittelpunkt. Für sie ist der Film nur Teil einer Schmutzkampagne gegen den Islam, weswegen sie dann selbst eine Schmutzkampagne gegen den Film startet (u.a. unter dem Hashtag #DisHonorDiaries). Welch‘ ein Verrat an ihren Mitschwestern!

Besonders eine Frau ist ihr immer wieder ein Dorn im Auge: Ayaan Hirsi Ali. Sie ließ sich sogar zu Gewaltphantasien hinreichen, träumte öffentlich davon, ihr die Vagina wegzunehmen, da sie es nicht verdiene, eine Frau zu sein (sie hat den Tweet vor wenigen Tagen gelöscht):

Brigitte Gabriel= Ayaan Hirsi Ali. She’s asking 4 an a$$ whippin‘. I wish I could take their vaginas away – they don’t deserve to be women.

Ein durchaus interessantes Statement im Kontext des Frauenmarsches. Die vermeintlich oder real sexistischen Äußerungen Donald Trumps spielten für viele eine wichtige Rolle. Aber selbst ein Donald Trump hat sich meines Wissens niemals zu solchen sexuell aufgeladenen Gewaltphantasien gegen Frauen hinreißen lassen.

 


Linda Sarsour ist keine westliche Feministin, die für universalistische Standards kämpft; sie ist eine ethno-religöse Politaktivistin, der es darum geht, die eigene Sippe zu schützen. Wenn es der Sache dient, geht man eben Bündnisse mit verblendeten, westlichen Frauen ein. Dient es der Sache nicht, werden die gleichen Frauen bekämpft.

Ein anderer Vorfall verdeutlicht das ebenfalls: Der Mord an Shaima Alawadi, wie Sarsour ein muslimische Migrantin. Auf CNN versuchte sie den Mord als islamophobes Hass-Verbrechen zu framen. Doch dann stellte sich heraus, dass diese von ihrem eigenen Ehemann, einem irakisch-stämmigen Moslem, getötet wurde. Shaima Alawadi wollte sich scheiden lassen, was dieser nicht duldete; also ein Fall familiärer Gewalt, vielleicht gar ein Ehrenmord. Westliche Feministen deuteten den Fall daraufhin als misogynes Hassverbrechen, etwa in der Times.  Linda Sarsour dagegen äußerte sich nach den neuen Erkenntnissen nicht mehr dazu. Sie wäre ja gezwungen gewesen, auf Probleme innerhalb der eigenen, muslimischen Sub-Community einzugehen. Und das geht natürlich nicht. Es geht ihr nicht um reale Einzelschicksale von Frauen, im Mittelpunkt steht der Ruf ihrer Sippe – und der würde Schaden erleiden, wenn man solchen „Einzelfällen“ zu viel Aufmerksamkeit schenkt; also schweigt man.

Wie sehr sie in diesem Sippen-Weltbild gefangen bleibt, verdeutlicht auch ihr Verständnis von Familie. Sie legt großen Wert darauf, dass ihre eigenen Kinder später einmal andere arabischstämmige Moslems heiraten – und zwar auf traditionelle Weise, auch wenn es nicht gleich eine arrangierte Ehe sein muss wie in ihrem Fall.  Im Vordergrund steht wieder der Wunsch, die eigene Sippe zusammenzuhalten und die eigene Religion zu bewahren.
Man stelle sich eine „weiße“ Frau vor, die die Ehen ihrer Kinder nur akzeptiert, wenn diese andere weiße, christliche Partner traditionell heiraten – und keinesfalls Moslems oder Schwarze. Das „weiße“ Klientel, das am Wochenende fröhlich hinter Linda hermarschierte, würde über eine solche Frau herfallen. Sie würden sie als christlich-fundamentalistische „white supremacist“ abstempeln, als jemand, der man ins Gesicht schlagen darf, so wie Richard Spencer in Washington (unsere Hetzfeministinnen waren ja ganz entzückt von der Gewalttat). Aber der Kopftuch-Muslima lässt man analoge Äußerungen durchgehen, sie ist keine islamisch-fundamentalistische „arab supremacist“. Man kann an Moslems anscheinend nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie an Christen. (Die Sippe zusammenhalten, Mischehen vermeiden, Tradition bewahren, usw. – genau das ist auch das Programm eines Richard Spencers. Er ist letztlich sogar progressiver als Linda Sarsour, er hat sich vom religiösen Fundamentalismus gelöst.)


An der islamistischen Grundhaltung Linda Sarsours besteht übrigens kein Zweifel. Sie verteidigt die Scharia; träumt davon, dass sie auch eines Tages in Amerika gelten wird

Saudi-Arabien ist auch nur halb so schlimm:

Mir ist es unbegreiflich, wie man eine solche Frau zu einer Vorsitzenden von Frauenprotesten gegen Trump machen kann. Sie ist für mich eher ein Argument für eine Einwanderungspolitik ala Trump. Sie zeigt, welche Probleme man sich mit Migranten wie ihren Eltern ins Land holt.

Phalloplastik – der schwierige Weg zum künstlichen Penis

In einem neuen Youtube-Video berichtet Cayden Carter – eine Frau, die zum „Mann“ wurde – von seinen phalloplastischen Operationen und den Komplikationen, die bei ihm auftraten. Frauen künstlich einen Penis zu schaffen, ist nicht einfach. Er musste mehrer Operationen über sich ergehen lassen, saß einen Monat im Rollstuhl, musste zeitweise aus seinem Anus pinkeln, der danach nicht wieder richtig verheilte, und und und. Mittlerweile ist die eigentliche Operation schon über ein Jahr her, aber so richtig befriedigend ist die Situation noch immer nicht:

Erektionsfähig ist so ein künstlicher Penis natürlich nicht ohne weiteres. Dazu sind weitere Hilfsmittel nötig, die er in einem anderen Video vorstellt:

 

Ich wusste gar nicht, dass Phalloplastik bei Transmännern so beliebt ist. Aber natürlich fanden sich schnell geschäftstüchtige Ärzte, die sich darauf spezialisierten. Brownstein & Crane in San Francisco etwa bieten ihre Dienste an und erklären auf ihrer Homepage die verschiedenen Arten der Operation (mit Fotos 😔).