Auch Programmierer wollen „safe spaces“ – Social-Justice-Warrior fallen über Douglas Crockford her

Die meisten Leser dieser Zeilen werden mit dem Namen Douglas Crockford nichts einfangen können. Um es kurz zu machen: Er ist ein bekannter Computer-Programmierer, der vor allem durch seine Beiträge zur Programmiersprache JavaScript bekannt wurde. Er hat ein einflussreiches Buch über JavaScript geschrieben und saß eine Zeitlang im ECMAScript-Komitee – das ist das Komitee, das die Standards künftiger JavaScript-Versionen ausarbeitet. Und Crockford ist ein gefragter Redner. Einfach mal nach Videos von ihm suchen, man findet zahlreiche Vorträge von ihm; die Klickzahlen sind beträchtlich für Videos technischer Natur.

Genau deshalb war auch als Hauptredner für die diesjährige Nodevember-Konferenz vorgesehen – eine Konferenz rund um die Themen JavaScript und Node.js.
Nachdem die Nodevember-Organisatoren jedoch die Redner-Liste ins Netz gestellt hatten, fielen Soziale-Gerechtigkeits-Krieger über sie her: Nicht inklusiv genug, zu wenig Frauen, Schwarze, Lesbierinnen, usw. Inhalte sind bekanntlich zweitrangig, entscheidend ist, wer etwas vorträgt. Die Fanatiker schossen sich schließlich u.a. auf Crockford ein und die Veranstalter reagieren prompt und luden ihn wieder aus.

Das interessant an dem Fall ist, dass diesmal Nichtigkeiten den Ausschlag gaben. Anders als Brendan Eich, dem JavaScript-Erfinder, der bei Mozilla seinen Stuhl räumen musste, hat er nie Geld an Pat Buchanan oder Kampagnen zur Beibehaltung des traditionellen Eheverständnisses gespendet. Und er unterhielt auch nicht nebenbei einen politischen Blog wie Curtis Yarvin (alias Mencius Moldbug). Douglas Crockford ist einfach nur ein etwas dickköpfiger, alter, weißer Mann, mit dem einige nicht klarkommen.

„Slut shaming“

Aber schauen wir uns mal im Detail an, an was sich die Erleuchteten ereifern:

The latest was ForwardJS: besides his keynote in which he slut-shames the audience,

Er „slut-shamed“ seine Zuhörer. Auf youtube kann man das Video dazu finden (41m ff):

So the old web was great because it provided promiscuity. It meant that you could go and connect to anything and you’re probably going to be okay. You might get shocked and embarrassed but your machine’s not going to get taken over, your identity is not going to get stolen. That hasn’t always been true but pretty much the web can do that and that’s good because that allows us to get introduced to things. We used to call it surfing. That you could go from one thing to another and discover stuff and start forming relationships. Unfortunately, the same thing which allows the promiscuity to work is very bad for dealing with commmitment. So that’s what the new web is for. You know, once I have found my bank I want to make sure from this point on I’m talking to my bank and I’m not talking to anything which pretends to be my bank.

Er vergleicht das traditionelle, „promiskutive Modell“ mit seinem eigenen Modell, das durch „commitment“ gekennzeichnet ist. Seine Wortwahl ist rein technischer Natur. Es ist schon eine Menge böser Wille nötig, wollte man ihm hier „slut shaming“ unterstellen. Die Rede von „promiscous“ ist in solchen Zusammenhängen geht nicht auf ihn zurück, sie ist weit verbreitet. Die Vorwürfe bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie analoge Attacken gegen die Verwendung des Begriffes „Master-Slave“.

Dumme Vorträge

 we had a small exchange backstage regarding a conference near and dear to my heart. Please note that this exchange was not 5 minutes before I was supposed to give my own keynote on robotics and community.

“the talks as the day went on just got stupider and stupider.” He said.

“mmm.” I replied. I found myself angry, my teeth clenched. Why on earth would he feel the need to say that, and now?

Warum sagt er das? Vielleicht um ein Thema vorzuschlagen, über das man diskutieren könnte oder als Anlass für smalltalk?

Der Kommentar findet sich auch im Web:

In 2011 I spoke at TXJS in at the Alamo Drafthouse in Austin. They started serving alcohol in the morning, and people were drinking all day long. As the day went on, the talks got stupider and stupider.
I don’t recommend serving alcohol during conferences

Ich halte das für einen guten Vorschlag! Alkohol sollte man erst nach dem Ende der Konferenz ausschenken, wenn man gemütlich zusammensitzt und der technische Aspekt allmählich in den Hintergrund rückt.

I’ve never dealt with Crockford in a way that I felt pleasant afterward. He is rude, unrepentant, and completely (one could argue willingly) oblivious to the meaning of his statements. I’ve never seen a person use the word ‘stupid’ so liberally in replacement of constructive criticism.

Man merkt, dass das eigentliche Problem ein anderes ist. Die Autorin kommt mit Crockford als Person einfach nicht zurecht. Menschen sind eben verschieden, nicht jeder kann mit jedem. Dass sie selbst ihren Part dazu beitragen muss, mit Menschen, mit denen auf persönlicher Ebene nicht klarkommt, trotzdem ein professionelles Verhältnis zu wahren, kommt ihr nicht in den Sinn. Crockford soll gehen, weil sie sich unwohl fühlt. Dabei ist es Crockford, der die besseren Manieren hat. Sie trägt persönliche Differenzen ins Netz und heizt das Mobbing an, nicht Crockford.

Die Leute arbeiten in der Software-Industrie, um reale Probleme zu lösen – es geht nicht darum, dass sie sich als Programmierer verhätschelt fühlen; sie müssen gegen die internationale Konkurrenz bestehen. Und deshalb ist manchmal nötig, auch Menschen zu integrieren, die zwar auf einer persönlichen Ebene schwieriger sind, dafür aber qualitativ hochwertigen Code abliefern oder über viel Erfahrung verfügen. Inklusion sollte doch ganz in ihrem Sinne sein 😉

(Gemäß der Inklusions-Ideologie ist der Fall ja deutlich komplexer. Als Laien können die Stalkerinnen nicht beurteilen, warum Crockford so ist, wie er ist. Vielleicht ist das, was sie als „fehlende Empathie“ wahrnehmen, auf etwas zurückzuführen, für das er nichts kann. Als neurodiverser Asperger-Autist müsste er inkludiert werden und sie hätten sich der Verbreitung ableistischer Kackscheisse schuldig gemacht.)

Sind „Weak Maps“ nicht maskulin genug?

Und sie haben noch weitere Vorwürfe parat:

Did Doug Crockford seriously just say on stage that no one wants to use weak maps because weak isn’t masculine? What? I don’t even…

Weak Maps sind eine neues Sprachfeature von JavaScript. Details kann man diesem Video entnehmen (15m ff):

 

Das Wort „maskulin“ kommt nicht mal vor und das Ganze war nur eine Randbemerkung. Der Begriff „weak map“ wecke vielleicht falsche Assoziationen: „Niemand will etwas Schwaches in sein Programm einbauen, richtig?“. Dabei sind „weak map“ häufig sehr nützlich.

Von Monaden und Gonaden

Des Weiteren beklagen sie sich über den Titel eines anderen Vortrags von ihm: „monads and gonads“ – Monaden und Gonaden.

Monaden sind eine Programmiertechnik, die vor allem durch funktionale Programmiersprachen wie Haskell prominent wurden. Und im den Vortrag erklärt Crockford, wie man sie in JavaScript nutzen kann.

Gonaden als Wortspiel ist den Stalkerinnen aber nicht inklusiv genug. „Gonads“ wird mancherorts als Slang für Hoden verwendet. Tatsächlich ist es ein biologischer Fachbegriff und auch Frauen haben Gonaden. Er hätte wohl eine Trigger-Warnung und Erklärung voranstellen sollen, damit die Schneeflöckchen sich nicht verletzt fühlen.

 


 

Man Douglas Crockford nicht mögen. Aber die Eiferer haben nichts vorgebracht, was überhaupt erst eine Diskussion rechtfertigen würde. Ein paar Social-Justice-Warrior fühlen sich von einem alten, weißen Mann getriggert, das war alles – aber es reicht aus, um ihn als Hauptredner abzusetzen.

Technik-Konferenzen mit Social-Justice-Warriorn

Wer sich ein Bild davon machen will, wie Techkonferenzen aussehen, in denen SJW den Ton angeben, findet auf youtube Vorträge einiger seiner Stalker, etwa von Emily Rose:

Ein 17 Minuten-Vortrag. Und sie verschwendet auch noch mehre Minuten mit SJW-Gedöns: Sie bevorzugt das Pronomen „they“ für sich, sie ist am Abend zuvor im Hotel mit jemandem aneinandergeraten und hat Anzeige bei der Polizei erstattet, usw.

Noch erheiternder ist der Vortrag der Autorin des Mediums-Artikels auf der letzten Nodevember-Konferenz:

Damit dürfte alles gesagt sein. Und für die Teilnahmen solch‘ kastrierten Konferenzen soll man auch noch 350€ bezahlen.

„Misgendern“ – zwischen Hass-Verbrechen und Transgender-Ideologie

Zoë Kirk-Robinson ist eine Mann-zu-Trans-Person aus dem Nordwesten Englands. Neben seiner Tätigkeit als Autor, Künstler und Spiele-Entwickler sitzt er für die Konservativen im Stadtrat von Westhoughton North und Chew Moor. Und in jener Funktion ist er jetzt mit einem Kollegen der Labour-Partei aneinandergraten. Er zeigte den Labour-Politiker gar bei der Polizei an. Dieser habe ihn mehrfach und absichtlich misgendert – genau wie ich es in den letzten Sätze getan haben. Ich habe „er“, „ihn“ und „seiner“ geschrieben, nicht „sie“ und „ihrer“, wie es seiner Gender-Identität entspräche. Die Polizei ermittelt, der Labour-Politiker hat möglicherweise ein Hass-Verbrechen begangen.

Thomas L. „Julia“ Serano, der wohl bekannteste transfeministische Aktivist beschrieb das Hass-Verbrechen des Misgendern einmal so (entnommen seinem Buch Whipping Girl: A Transsexual Woman on Sexism and the Scapegoating of Femininity):

Trans-Exklusion kann sich auch dadurch äußern, dass das selbstgewählte Geschlecht („gender“) der Trans-Person verworfen wird (z.B. wenn jemand darauf besteht, mich einen „Mann“ zu nennen, oder absichtlich unangemessene Pronomen nutzt, wenn er über mich redet). Wenn man bedenkt, was für eine große soziale Entgleisung es in unserer Kultur darstellt, jemanden zu misgendern, und wie sehr sich die Menschen normalerweise entschuldigen, sobald sie herausfinden, dass sie diesen Fehler begangen haben, dann ist es schwer die Trans-Exklusion, das absichtliche Misgendern von Transsexuellen als etwas anderes zu betrachten als einen arroganten Versuch, Trans-Personen kleinzureden und zu verletzen.

Es ist wieder das übliche Problem mit Trans-Personen: Sie spielen die Rolle einer Person, die sie nicht sind –  und ihr Umfeld merkt das. Aber sie wollen dem Umfeld aufzwingen (etwa mittels Beleidigungs- und Hassrede-Anzeigen), bei diesem bizarren Theaterstück mitzuspielen. Jeder, der zufällig in ihr Leben tritt, soll selbst ein Schauspieler werden, einen aktiven Part in ihrer Gender-Inszenierung übernehmen. Wer das offizielle Trans-Narrativ nicht schluckt, soll sich zumindest nichts anmerken lassen, so tun, als wäre er ein „Trans-Ally“.

In meinen Augen ist es eine Abwägungssache. Auf was legt man mehr Wert: Auf Höflichkeit, das Wohlbefinden der spezifischen Trans-Person? Oder fühlt man sich eher der Wahrheit verpflichtet? Ich persönlich halte es so, dass ich im direkten Gespräch mit einer Trans-Person ausschließlich die Pronomen und Namen verwende, die die betreffende Person für sich bevorzugt. Wende ich mich nicht direkt an sie, sondern spreche mit Dritten über sie, verwende ich dagegen auch mal die richtigen Pronomen und Namen; also ein Art Kompromiss zwischen Höflichkeit und Wahrheit.

Das Misgendern von Gender-Rückkehrern („Detransitioner“)

Diesen eher unbedeutenden Vorfall in der englischen Provinz und Thomas L. Serano Ausführungen über das Misgendern habe ich nicht ohne Grund aufgegriffen. Vor wenigen Wochen kam es nämlich zu einem kleineren Shitstorm. Der Hintergrund ist ein Artikel von eben jenem Thomas L. Serano auf medium.com. Er beschäftigt sich dort unter anderem mit „Detransitioner“ – so nennt man Menschen, die transgenderten, dann aber zum Schluss kamen, dass es doch keine so gute Idee war und  wieder zurück genderten.

Gender-Rückkehrer sind Transaktivisten wie Serano ein Dorn im Auge. Ziel von Trans-Aktivisten ist es häufig, die „Geschlechtsanpassung“ für vermeintlich Betroffene so leicht zugänglich wie möglich zu machen. Die Ärzte sollen gefälligst die künstlichen Hormone rausrücken, die Krankenkassen diverse Operationen bezahlen. Psychologen, die doofe Fragen stellen und ihren Wunsch, zu transgendern, hinterfragen, sind dagegen nicht gerne gesehen. Das sind böse „Gatekeeper“, die cis-sexistische Standards aufrecht halten wollen.
Die Tatsache, dass es Menschen gibt, die ihr Transgendern bereuen, weckt Zweifel, ob eine allzu leichtfertige Abgabe von Medikamenten wirklich sinnvoll ist. Rückkehrer betonten häufig die Wichtigkeit von Gatekeepern. Sie beklagen sich darüber, dass ihnen nie jemand richtig vermittelt hat, auf was sie sich eingelassen haben.

Thomas L. Serano sah sich also gezwungen, etwas ausführlicher auf das Phänomen der Gender-Rückkehrung einzugehen. Dabei sagte er unter anderem::

In fact, by definition, anyone who spends serious thought considering, and takes actual steps toward achieving, gender transition is on the transgender spectrum

Ähnlich äußert er sich in einem Interview mit vox.com, das zeitgleich erschien:

Unfortunately, many people outside of transgender communities merely want to use people who detransition as political pawns […] For one thing, these are not “cisgender people” per se — they are people who fall somewhere along the transgender spectrum, but for whom transitioning was not the right answer.

Und mit diesen Aussagen provoziert er dann einen #aufschrei durhc einige Detransitioner. Die Gender-Rückkehrer fühlen sich von Serano „misgendert“. Sie seien normale Männer oder Frauen; und ganz und gar nicht transgender, trans oder auf dem Transgender-Spektrum solchen Personen nahe.

Sehr bewegend ist etwa die Youtube-Antwort von Cati Stella, einer „22-jährigen Frau mit vernarbter Brust und gebrochener Stimme“ – die Folgen der Hormon-Einnahme und Operationen sind eben teilweise irreversibel.

I’m not transgender […] I don’t have a gender identity. Gender was done to me. Gender was traumatizing to me. […] I’m not trans. I’m not just, you know, non-binary, or taking a non-normative transition path or whatever. I’m a woman, and transition was a maladaptive coping mechanism.

Auch Carey Callahan beschwert sich über das Misgendern durch Serano:

 

Eine interessante Wendung. Thomas L. Serano ist ja alles andere als auf den Kopf gefallen. Er war Wissenschaftler und hat einen Doktorgrad in Biologie erworben. Um seiner Überzeugung, dass er eine Frau ist, den Hauch von Plausibilität zu verleihen, sieht er sich gezwungen, Gender-Rückkehrer, die sich selbst für normalen Frau oder Männer halten, ins Gesicht zu sagen, dass sie ganz und gar nicht „normal“ oder „cis“ sind – aber wehe, jemand erklärt „Julia“ Serano, dass er keine Frau ist 😆
Auch Serano scheitert an der Quadratur des Kreises. Es geht nicht beides zusammen: Entweder bemüht man sich um einen konsistenten Gedankengang oder man gibt politisch-korrektes Feel-Good-Gebrabbel von sich, das zwar den Eigenbeschreibungen aller Zuhörenden gerecht wird, dafür aber keinerlei Kohärenz mehr aufweist.

Chris Mosier – die erste Frau-zu-Trans-Person im männlichen US-Nationalteam

chris-monier

Vor einiger Zeit hatte ich hier mehrere Beiträge zum Transgenderismus eingestellt. Um eine Sache hatte ich weitgehend einen Bogen gemacht: Frauen, die transgendern.

Das hat mehrere Gründe: Es gibt weitaus mehr Männer, die transgendern, als Frauen, die sich dazu entscheiden. Und es ist ein eher neues Phänomen. Früher waren es noch häufiger die Männer, die transgenderten. Erst in den letzten Jahren kam es unter Frauen in Moden, wohl aufgrund der positiven Medienberichterstattung und sozialer Netzwerke. Entsprechend gibt es auch deutlich weniger seriöse Literatur über Frau-zu-Trans-Personen als zu Mann-zu-Trans-Personen.

Bei Männern kann man grob zwischen zwei Formen des Transgenderismus unterscheiden: Dem autogynophilen Transgenderismus und dem homosexuellen Transgenderismus. Bei Frauen scheint der erste Typus keine Rolle zu spielen; so etwas wie Autoandrophilie wird zwar als theoretisches Konstrukt diskutiert, ist in der Praxis aber nicht beobachtbar. Transgendernde Frauen sind in der Regel lesbisch.

Seit es durch die Medien gepusht wird, wollen auch weitere transgendern. Der englischsprachige Blog 4thwavenow.com dokumentiert etwa einige Fälle, in den Eltern von autistisch-veranlagten Teenagerinnen („Aspies“) über die plötzliche Überzeugungen ihrer Töchter berichten, sie seien „Transmänner“. Die Mädchen oder jungen Frauen merken selbst, dass sie anders ticken als ihre Altersgenossinnen. Und als sie dann in den (sozialen) Medien etwas über Transgenderismus aufgeschnappt haben, bot sich das für einige als Erklärung ihres Anders-Sein an…

Aber zurück zu den Lesbierinnen. Warum entschließen sich einige von denen, zu transgendern? Ich weiß es nicht, eine systematische Untersuchung ist mir nicht bekannt; nur eben Einzelfälle, über die man über die Medien erfährt – wie etwa Chris Mosier. Die Triathletin ist die erst Frau-zu-Trans-Person im männlichen US-Nationalteam. Die LGTBQI-Verbände feiern sie natürlich als mutiger Heldin, als Vorkämpferin für die Sache, usw. Sie sollten sich mal eher mit den Motiven beschäftigen, warum Menschen wie Chris Mosier transgendern. Das Magazin Rolling-Stone zitiert sie wie folgt:

„I dated men all through college, and there I met the woman who is my wife,“ he explains. „At the time, I was trying to figure out my sexuality and what that meant. I didn’t know a lot of gay people – and I didn’t know any trans people. All I knew is that I would get furious if people said we were lesbian. I would think, ‚That doesn’t fit for me. That’s not right because I’m not gay.‘ At that time it came onto my radar – I had never thought about my gender identity before.“

Es verlief also zunächst alles normal: Kein „Gender-Dysphorie“ in der Kindheit oder frühen Jugend, und in ihren College-Jahren hat sie sich zunächst mit Jungen verabredet. Aber dann hat sie sich plötzlich in eine Frau verliebt, ihre spätere „Ehe“frau. Sie ist also offensichtlich eine Lesbierin.

Lesbisch? Das Wort gefiel ihr nicht. Wenn es jemand aussprach, wurde sie wütend („furious“). „Lesbierin“ war nicht mit ihrem positiven Selbstbild vereinbar, weswegen sie sich dann -und erst dann!- mit ihrer Gender-Identität beschäftigte und sich schließlich zum Mann erklärte.

Für mich hört sich das alles so an, als läge hier ein Fall von internalisierter Lesbophobie vor. Warum wird man denn wütend, wenn man als Lesbe eingestuft wird? Noch dazu wenn es stimmt?

Normalerweise „hinterfragen“ die von der Genderista alles, sie spüren verdeckte „Strukturen“ auf, die Individuen zu Handlungen treiben, die nur vermeintlich freiwillig sind, usw. Aber wenn eine Frau sich verstümmelt und zum lebenslangen Patienten macht, dann muss diese Person gefeiert und darin bestärkt werden. Nike lässt sogar einen Werbevertrag springen:

Das Jugend-Agit-Prop-Magazin des Spiegels fasst die Botschaft so zusammen:

Aber dieses Mal geht es um mehr als die Verführung. Es geht darum, Transgendern Mut zu machen: Lasse dich nicht beirren, verfolge deine Ziele und es wird sich auszahlen. So wie bei Chris Mosier, 35.

Kritische Distanz? Fehlanzeige, wie immer beim Thema Transgenderismus. Lebenslang medizinischer Patient zu sein, auch noch bei einem Gesundheitssystem mit sehr fragwürdiger Zukunft – was soll’s! Gleich mal Testosteron bestellen und ein Termin zwecks Brust-Abnahme vereinbaren. Was sollte da schon schief gehen? Lass dich nicht beirren!

Für Hassrede und Diskriminierung – für freie Rede und Freiheit

Das Bundesministerium für alles außer Männer hat eine neue AgitProp-Kampagne in Auftrag gegeben: No Hate Speech.

Umgesetzt wurde das Ganze von den „Neuen Deutschen Medienmachern“. Da unzählige Journalisten arbeitslos sind und noch mehr es bald werden, verlagern sich immer darauf, Steuergelder abzuzocken. (Und der unprofessionelle Internet-Auftritt verdeutlicht einmal mehr, warum viele dieser „Medienmacher“ vollkommen zu Recht arbeitslos sind).

Anders als diese linksextremistischen Gesinnungstäter suggerieren, ist das, was sie als hate speech bezeichnen, zu großen Teil legal und das kritisierte Verhalten unproblematisch. Da sie sich der Legalität schmerzlich bewusst sind, versuchen sie mit allerlei Tricks, die Leser einzulullen. So behaupten sie etwa, „hate speech“ verstoße gegen die Menschenrechte:

Warum verstößt hate speech gegen Menschenrecht?
Weil jeder Mensch ein Recht darauf hat, nicht diskriminiert zu werden. Niemand muss Hassreden akzeptieren oder aushalten. Auch dann nicht, wenn Hate Speech mit dem Recht auf Meinungsfreiheit verteidigt wird. […] Weltweit schützen Gesetze und Konventionen vor Diskriminierung: Niemand darf wegen Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder Behinderung diskriminiert werden. Das steht alles im Grundgesetz. Wer verbal Menschen herabsetzt, beleidigt und bedroht, pfeift auf die Menschenrechte.

Diskriminierung bedeutet Freiheit!

Ein so verstandenes Diskriminierungsverbot geht nicht aus den allgemeinen Menschenrechten hervor. Lest selbst nach! Diskriminierung wird zwar in Artikel 7 erwähnt, aber da geht es um das Verhältnis zwischen Staat und Bürger. Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, der Staat darf nicht diskriminieren und etwa für Rothaarige und Blonde andere Maßstäbe anlegen; der Staat muss alle Bürger gleich behandeln – nicht ungleich, d.h. nach Belieben. Das Diskrimierungsverbot ist ein Willkürverbot, und als solches eine durchaus sinnvolle Regelung.

Für das Handeln von Privatpersonen untereinander – und darum geht es bei hate speech – gelten derartige Maximen nicht. Selbstverständlich darf ich blonde Frauen diskriminieren und nur Rothaarige als potentielle Partner in Betracht ziehen. Liebe an sich stellt ein Diskriminierung da: Eine Person bedeutet mir unendlich mehr als andere. Und die Heirat stellt dann traditionellerweise die ultimative Diskriminierung da: Nur eine Frau/Mann wird auserwählt, alle anderen für immer zurückgewiesen, sprich diskriminiert. Aber auch bei weniger zentralen Dingen liegt das gleiche Muster vor: Entscheide ich mich, meinen Imbiss beim Türken um die Ecke einzunehmen, diskriminiere ich den Vietnamesen zwei Straßen weiter, usw.

Wie man solchen Beispiel sieht, ist es weitgehend unproblematisch, wenn Privatpersonen diskriminieren. Das ist ein Ausdruck ihrer Freiheit. In jeder autonomen Entscheidung wird eine Wahl getroffen. Von unzähligen Optionen wird eine auserwählt, alle andere verworfen. Sobald man sich bewusst für etwas entscheidet, diskriminiert man – und sollte sich dabei nicht von linken oder anderen Gesinnungsaposteln reinreden lassen.

Wenn sie vorgeben, gegen „Diskriminierung“ zu sein, ist etwas anderes gemeint: Sie wollen nicht, dass das Individuum für sich selbst entscheidet, was für sein Leben relevant ist. Die Entscheidungen sollen an überindividuellen Instanzen verwiesen werden; dubiose, heutzutage meist linken Säkulartheologen sollen vorgeben, welche Vorlieben legitim sind und welche nicht.

Wer gegen individuelle Diskriminierung ist, ist gegen Freiheit. Das Diskriminierungsverbot hat im Alltag und Privatrecht nichts zu suchen. Jeder Mensch, hat das Recht, andere zu diskriminieren; niemand hat ein Recht darauf, nicht diskriminiert zu werden.

Und ein ominöses Recht darauf, nicht in seinen Gefühlen verletzt zu werden, geht aus der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auch nicht hervor.

Haßrede ist freie Rede!

Ein Grundrecht darauf, Menschen zu beleidigen, gegen Minderheiten zu hetzen oder zu Hass und Gewalt aufzurufen, gibt es übrigens nicht.

Ja, es gibt den unsäglichen Volksverhetzungsparagraphen, es gibt den § 185 (Beleidigung), und noch ein paar andere. Die Webseite listet Beispiele auf, bei denen Leute deswegen verurteilt wurden. Hat man über ein paar Fälle gelesen, bei denen die Behörden aktiv wurden und es zu einer Verurteilung kam, erkennt man schnell ein Muster. Das Risiko juristischer Konsequenzen ist momentan noch überschaubar. Meist genügt es, seine Gedanken leicht umzuformulieren, um auf der juristisch sicheren Seite zu sein.

Aber diese Fälle sollten nicht davon ablenken, dass das Recht nur sehr spezielle Fälle abdeckt. Das meiste, was sie als „Hassrede“ bezeichnen, wird dadurch nicht tangiert. So ist zum Beispiel selbst der Ausspruch „All cops are bastards“ von der Meinungsfreiheit gedeckt:

Die Verfassungshüter verwiesen nun darauf, dass die Äußerung zunächst eine nur „allgemeine Ablehnung der Polizei und ein Abgrenzungsbedürfnis gegenüber der staatlichen Ordnungsmacht zum Ausdruck“ bringe und insoweit noch vom Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt sei. Eine Beleidigung liege erst vor, wenn die Parole „personalisiert“ an eine überschaubare und abgegrenzte Gruppe von Polizisten gerichtet sei.

Und selbst wenn ein Kommentar bewusst verletzend ist und sich gegen eine ganz spezielle Person richtet, liegt nicht automatisch eine Beleidigung vor. Betrachten wir doch mal einen konkreten Fall: Eine Jugendliche stellt ein Selfie auf Instagram oder Twitter ins Netz. Aus irgendeinem Grund wird das Bild von einer Meute Jungen entdeckt, die es kommentieren: Diese Nase! (die eben ungewöhnlich groß ist), usw. Die Verletzung sitzt in manchen Fällen tief, aber soweit ich als Laie sehen kann, liegt hier keine justiziable Beleidigung vor. Die Jugendlichen haben die Etikette verletzt, aber kein Gesetz. Es gibt eine große Spanne von sozial-unerwünschtem Verhalten, das nicht mittels Gesetze reguliert wird.

Ginge es der Kampagne primär darum, die Bürger dazu zu bewegen, solch‘ rüpelhaftes Verhalten zu überdenken, wäre ihr Motiv noch halbwegs nachvollziehbar. Aber um solche Fälle geht es den „neuen Medienmachern“ nur am Rande. Das eigentliche Ziel ist es, bestimmt Gruppen von der Kritik auszunehmen: Juden, Moslems (dummdeutsch: „Muslim*innen“), Invasoren („Geflüchtete“), Zigeuner („Sinti*ze und Rom*nija“[*]), usw.

Die linken Möchtegern-Zensoren versuchen, uns einen Meinungskorridor vorzugeben, was über diese Gruppen und andere Themen gesagt werden darf und was nicht. Wer sich außerhalb der vorgesehenen Grenzen bewegt, verbreitet hate speech. Legitime Meinungsäußerungen sind die, die von den linken Säkulartheologen abgenickt werden, alles andere ist hate speech – auch wenn es noch nicht von Gesetzen abgedeckt wird.

Derartigen Bestrebungen sollte man dann entgegenhalten: hate speech is free speech! Das englisch-sprachige Spiked-Magazin greift das Thema auf eine Weise auf, die ideal zur neusten AgitProp-Kampagne der deutschen Regierung passt – sie beziehen sich ja auch auf eine EU-Direktive, auf die die deutsche Kampagne zurückgeht.

So kommt etwa Nick Gillespie von reason zu Wort:

What the fuck is hate speech, exactly? Like another phony, malleable concept — obscenity — it is simply a political category that gives power to the powerful to pick and choose what lesser mortals are allowed to read, think, and discuss (in the US, obscenity law did keep Lady Chatterley’s Loverfrom being published for decades, so it did have that going for it). Beyond that, hate — like envy — is the planet’s greatest renewable energy source, motivating humans to live better, richer, freer lives (my grandparents didn’t leave Europe in the 1910s because they loved it). In the US, libel, which by definition is false, is already punishable by law. So are ‘fighting words’, and plots and actions to cause physical harm. Beyond that, let speech rip like Lear howling on the heath.

oder Jonathan Haid:

Many people nowadays say: ‘Hate speech is not free speech!’

The phrase implies this conceptual relationship:

But in fact, when we look at the way ‘hate speech’ rules are applied in the real world, they are never limited to nasty racist rants. Hate-speech rules always creep and expand to cover any speech that is offensive to the ideological group that wants to control language. So what we end up with is this:

This is why hate-speech laws — including the new EU code — are illiberal. One side of the political spectrum arrogates to itself the right to decide what arguments are acceptable in the public domain. The other side’s arguments are to be shouted down and ‘No Platformed’, not just on college campuses, but now on the internet, too.

 


[*] Über die Formulierung „Sinti*ze und Rom*nija“ bin ich erst gestolpert, ein interessanter Fall. In der Tat ist der einst politisch-korrekte Ausdruck für Zigeuner, „Sinti und Roma“, nach den neusten Maßstäben der linken Intelligenzija problematisch. Es werden nur die Männer angesprochen, besser wäre: Sinti und Sinteza, Roma und Romnija. Aber da stellt sich dann gleich das Problem der ZweiGenderung: die Formulierung zementiert die Vorstellung, dass es zwei und nur zwei Geschlechter gibt. Zwischen-Geschlechtliche, Trans-Personen und sonstige werden ent-nannt. Besser wäre: Sinti, Sinteza und Sinte*za, Roma und Romnija und Romni*ja.

Die Herausgeber verkürzen diese Monsterbezeichnung auf „Sinti*ze und Rom*nija“, wohl in der Einsicht, dass es sonst allzu albern wäre. Kreatives, feministisches Sprachhandeln! Ein Schönheitsfehler bleibt allerdings: Was ist denn mit den Jenischen? Das sind auch Zigeuner, die unter „Diskriminierung“ leiden, und die neue Bezeichnung ent-nennt sie auch noch, macht ihr Leiden noch unsichtbarer! Ein Grund mehr, bei der Bezeichnung zu bleiben, die unsere Sprache traditionell für diese Volksgruppen bereitstellt: Zigeuner – ein Wort, das nicht nur bei uns gebräuchlich ist: gypsi (english), cigány (ungarisch), cingene (türkisch), cigán (slowakisch), cigano (portugiesisch), usw.

Homophobie und Transphobie

Heute wird der „internationale Tag gegen Homo- und Transphobie“ gefeiert, auch das Ministerium für alles außer (mittelalte) Männer ist natürlich mit von der Partie.

transenpropaganda
Transen-Propaganda der Bundesregierung

Als bekennender „Transphober“ will ich den Tag zum Anlass nehmen, um nochmal zu erklären, warum man Homo- und Transphobie nicht wie der politisch-korrekte Zeitgeist einfach so in einem Atemzug nennen sollte. Die Kämpfer gegen „Transphobie“ verlangen von einem etwas ganz anderes als die Gegner der Homophobie.

Homosexuelle: Leben und leben lassen

Mit Homosexuellen funktioniert nämlich das liberale Leben-und-Leben-Lassen-Spiel – jedenfalls in der Theorie. Wenn dein Arbeitskollege schwul ist, was ist dann? Eben, nichts! Selbst wenn du überzeugter Christ bist und homosexuellen Sex für eine schwere Sünde hältst, muss das eurer Zusammenarbeit nicht im Weg stehen. Seine Sexualität hat nämlich nichts mit deinem Beruf zu tun. Du musst deinen Missionseifer zügeln und darauf verzichten, ihm während der Arbeit Vorträge über die Höllenstrafe, die ihn erwartet, zu halten; und der Schwule muss darauf verzichten, sich über deinen Glauben lustig zu machen. Dann klappt es mit der Zusammenarbeit.

Wer nicht als „transphob“ gelten will, muss lügen und schauspielern

Bei Transsexuellen steht dieser Weg nicht offen. Damit, dass man ihren Wunsch nach Körpermodifikation und Hormon-Einnahme toleriert, ist es ja nicht getan. Stattdessen wird von einem erwartet, dass man selbst in ihrem bizarren Theater-Spiel einen aktiven Part einnimmt.

Wer sich nicht gerade durch ein jahrelanges Gender-Studies-Studium seine Vernunft abtrainiert hat, weiß ganz genau, was ein Mann und was eine Frau ist. Und ein Mann, der sich kastriert, Hormone einnimmt, und sich mittels Silikon und Botox körperlich verändert, ist keine Frau. Aber das darf man nicht offen aussprechen, das wäre bereits transphob. Es wird von einem erwartet, dass man lügt, sie in ihrem Wahn bestätigt, ihre mit großen Aufwand gebaute Fantasie-Welt nicht zerstört. Sie leiden unter einer wahnhaften Fehleinschätzung der Realität und deine Aufgabe ist es jetzt, ihnen aktiv den Eindruck zu vermitteln, ihr Wahn sei Wirklichkeit. Bereits wer sie misgendert, begeht ein Hassverbrechen. Er verstößt gegen ihre Würde, wie etwa die „Stuttgarter Erklärung“ ausführt:

Geschlecht ist nicht verfügbar. Das Geschlecht eines Menschen kann nicht durch andere bestimmt werden, was einer Fremdbestimmung und Inbesitznahme gleich käme. Nur der einzelne Mensch kann auf Grund seines Wissens über sich selbst über sein eigenes Geschlecht, seine Geschlechtszugehörigkeit, verlässlich Auskunft geben. Allein ihm obliegt es, sein Geschlecht zu bestimmen.
Das Geschlecht und die Anerkennung desselben gehören zum Intimbereich und sind zentraler Bestandteil des Menschen, seines Selbstverständnisses und seiner Würde. Eine Nichtanerkennung des Geschlechts, als welches sich ein Mensch begreift, kommt einer Entmenschlichung und Aberkennung seiner Würde gleich.

Dass man sich über sich selbst irren kann, kommt ihnen anscheinend nicht in den Sinn. Ob sie sich nie für kompetent gehalten haben, um Stunden später vom Prüfer das Gegenteil bewiesen zu bekommen? Ob sie nie das Gefühl hatten, verliebt zu sein, und dann später klarer sahen,…

Gewiss, das Leiden der Transsexuellen ist real. Im Einzelfall mag es tatsächlich das Beste sein, den psychisch Kranken in seinem Wahn zu bestätigen. Aber das ist dann eine individuelle Entscheidung; kein Unbeteiligter sollte dazu gezwungen werden, das Spiel mitzuspielen.

Der Narzissmus der Betroffenen scheint kaum Grenze zu kennen. Sie erwarten von einem, dass man ihre Verrücktheit akzeptiert, umgekehrt nehmen sie selbst aber nicht die geringste Rücksicht, wie man an ihrer Penetranz sehen kann, mit der sie Zugriff auf Schutzräume für Frauen (Toiletten, Duschen, usw.) fordern. Dass sie etwa Einzel-Toiletten aufsuchen, auf denen sie sowohl vor Übergriffen durch Männer geschützt sind als auch die Privatsphäre von Frauen gewahrt bleibt, steht für sich nicht zur Debatte.

Das Leben-und-Leben-Lassen-Spiel ist für die Trans-Aktivisten keine Option. Sie propagieren eine Ideologie, die mit liberalen Grundsätzen nicht vereinbar ist. Theodore Dalrymple beschrieb das in einem anderen Zusammenhang mal so:

Political correctness is communist propaganda writ small. In my study of communist societies, I came to the conclusion that the purpose of communist propaganda was not to persuade or convince, nor to inform, but to humiliate; and therefore, the less it corresponded to reality the better. When people are forced to remain silent when they are being told the most obvious lies, or even worse when they are forced to repeat the lies themselves, they lose once and for all their sense of probity. To assent to obvious lies is to co-operate with evil, and in some small way to become evil oneself. One’s standing to resist anything is thus eroded, and even destroyed. A society of emasculated liars is easy to control. I think if you examine political correctness, it has the same effect and is intended to.

Und wer gezwungen wird, einen Typen in Frauenkleider, der vielleicht auch noch unter dem Einfluss künstlicher Hormone steht, als Frau zu akzeptieren und ja still zu bleiben, wenn er in Schutzräume für Frauen eindringt, ist eben einer solchen Erniedrigung (humiliation) ausgesetzt.

Alpen-Prawda II: Simon Hurtz und die Maskulisten

Die Süddeutsche Zeitung hat mittlerweile noch weitere Artikel zum Thema „Gleichberechtigung“ online gestellt. In einem davon nimmt sich Simon Hurz den Maskulisten an.

Hurtz stellt dem Leser zunächst „Werner Stahl“ vor, angeblich ein Twitter-Nutzer, in Wirklichkeit wohl eine Erfindung des Journalisten. Die Kunstfigur ist die Verkörperung der Vorurteile, die der Autor über „radikale Maskulisten“ pflegt. Er hat ihr Leben eingehaucht, um beim Leser besser gewünschte Emotionen hervorzurufen und Vorurteile zu bedienen. Da „Werner Stahl“ nicht real ist, kann sich niemand ein eigenes Bild von ihm machen. Aber ich kann zumindest den advocatus diaboli spielen und seine Positionen für ihn verteidigen🙂

Das Gelbe Forum

Überraschenderweise widmet er sich ausführlich dem „gelben Forum„:

Auch das andere Sammelbecken der radikalen Maskulisten beobachtet er nur passiv. Im „gelben Forum“ bestätigen sich Männer in ihrer Überzeugung, von linksradikalen Feminazis unterjocht zu werden. […]

Das gelbe Forum ist ein antifeministisches Forum. Es melden sich dort Antifeminsten mit verschiedenstem Hintergrund zu Wort: Männerrechtler, Maskulisten, Christen, MGTOWlern, usw. Das Forum als stellvertretend für irgendetwas zu präsentieren, ist ein weiterer Trick, um schlechtes Licht auf die Bewegung zu werfen. Die Leser sollen sich wohl an dem offenen Plauderton stören. Es geht dort grob zu, gewiss, aber es wird nur selten so unzivilisiert, wie man es von anonymen Bilderbrettern wie 4chan und deutschen Entsprechungen kennt. Für einige ist es wohl unerträglich, wenn Männer sich irgendwo offen unterhalten können, ohne auf die üblichen Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen; gar politisch unkorrekte Witze machen können, ohne dass ein Aufpasser einschreitet.

Ja, viele Kraftausdrücke sind unpassend für eine angemessene Diskussion, aber es ist eine Plauderstube für Antifeministen, kein Promotionskolloquium für Soziologen. Es sollen Männer aus allen Schichten, mit allen (Bildungs-)Hintergründen mitreden dürfen. Und ja, der Tonfall erschreckt vielleicht viele Frauen, aber man unterhält sich dort ja untereinander. Es ist nicht auf einen Dialog mit der Gegenseite ausgelegt. Wem es nicht gefällt, muss nicht mitlesen.

Nach dem Sport in der Umkleidekabine unterhält man sich auch anders als dann zu Hause am Küchentisch mit Frau und Kindern. Warum ist das Geschrei so groß, wenn sich solche Gespräche ins Internet verlagern?

Sie warnen vor „homo-perversen Blockwarten“

Die „homo-perversen Blockwarten“ – es gibt sie leider. Man schaue sich nur an, was mit Phil Robertson oder Brendan Eich passiert ist. Früher wollten die Schwulen einfach nur in Ruhe gelassen werden. Nachdem das erreicht war, hätten sich die ganzen Homosexuellen-Verbände eigentlich auflösen können. Stattdessen spielen sie sich heute als Moralapostel auf und machen Hetzjagd auf Personen, die sich nicht in ihrem Sinne über Homosexuelle äußern. Meist begnügen sie sich mit medialer Hinrichtung, wie im Falle Brendan Eich, aber in Ländern, in denen es ihnen möglich ist, ziehen sie auch vor Gericht: „Hass-Rede“, „Verleumdung“, usw.

beschweren sich über „grün-schwule Pädophile“

Wohl eine Anspielung auf Volker Beck, dessen früherer Einsatz für die Pädophilenbewegung sich wohl auch bis zum Autor herumgesprochen haben dürfte. Die perversen Gelüste der Grünen sind damit ja keinesfalls gestillt. Kindersex trauen sie sich heute nicht mehr zu predigen, stattdessen haben sie sich darauf verlagert, in den staatlichen Verwahranstalten (Schulen, Kindergärten, usw.) den sexuell korrekten Nachwuchs heranzuzüchten. Sie scheinen aus ihrer Vergangenheit nichts zu lernen und im gelben Forum wird das gelegentlich thematisiert.

Arne Hoffmann

Simon Hurtz lässt nicht nur „Werner Stahl“ zu Wort kommen, sondern hat immerhin mit einer real existierenden Person gesprochen: Arne Hoffmann. Dieser wird als „gemäßigter Maskulist“ präsentiert.

Er hat diesen Punkt im Kern durchaus richtig dargestellt: Es gibt diese Spannunge innerhalb der „manosphere“, in Deutschland wie im englischsprachigen Raum. Auf der einen Seite gibt es die „gemäßigten Maskulisten“, die sich an dem linken Mainstream anbiedern; einige, weil sie tatsächlich an die ganzen linken Lebenslügen und Werte glauben, einige, weil sie sich erhoffen, wenigsten etwas erreichen zu können, wenn sie dem Zeitgeist Zugeständnisse machen. Auf der anderen Seite gibt es „Pöbler“ wie mich, die das Spiel nicht mitmachen und lieber Außenseiter bleiben als sich dem linken Diskurs anzupassen.

Als „gemäßigter Maskulist“ bekennt sich Hoffmann natürlich zur heiligen Trinität der Linken: Geschlecht, Klasse und Rasse. Wie wichtig ihm der „Geschlechts“-Aspekt macht er durch sein Lob der Frauenbewegung und seine Distanzierung vom Antifeminismus deutlich. Seinen Beifall zur aktuellen Masseninvasion Europas können wir unter dem Aspekt „Rasse“ verbuchen. Und der Klassenaspket wird mit dem Verweis auf die vielen männlichen Schulversager, die dann arbeitslos sind, abgedeckt.

Auch eine weitere Gruppe darf natürlich nicht übergangen werden: Die Homosexuellen

während sich Hoffmann als Flüchtlingsfreund und Unterstützer von Schwulen, Lesben und Transgender sieht.

Dabei sind die Zeiten, in denen man Schwule kastriert und eingesperrt hat, schon lange vorbei. „Leben und leben lassen“ wäre theoretisch ein gangbares Modell. Die organisierte Homosexuellen-Bewegung ist jedoch profeministisch und sieht sich weiter im Kampf gegen den bösen weißen, christlichen, heterosexuellen Mann, den sie mittels einer allmächtigen Staatsbürokratie und Medienpropaganda zu kontrollieren suchen. Ich sehe nicht ein, warum man derartige Gruppen unterstützen oder den Interessenskonflikt wegdiskutieren sollte.

Ein Punkt fehlt Arne Hoffmann natürlich noch, um vom Mainstream angenommen zu werden: Die Distanzierung, die soziale Beschämung unkorrekter Zeitgenossen:

Hoffmann ärgert sich über Wikimannia und WGvdL. „Die stellen Extremforderungen, aber sie machen keine echte politische Arbeit.“

Weder die Wikimannia noch das WGvdL stellen Forderungen oder leisten politische Arbeit. Die Wikimannia sammelt natürlich jede Menge Dokumente, die vielleicht als Ausgangsmaterial für politische Arbeit genutzt werden könnten – aber das ganze selbst ist noch keine politische Arbeit.

lieferten die „radikalen Spinner“ den Kritikern der Männerrechtsbewegung regelmäßig Zitate, mit denen diese die ganze Szene diskreditieren könnten.

Ein wenig mehr Realismus wäre angebracht: „Radikale Spinner“ gibt es überall, unter Christen, Moslems, Linken, Vegetariern, usw. Eine Bewegung ohne radikale Spinner wird es nicht geben. Außerdem benötigt die Lügenpresse das gelbe Forum gar nicht. Zur Not erfindet sie entsprechende Personen, etwa einen „Werner Stahl“, oder man ordnet einfach irgendwelche Personen der Männerrechtsbewegung zu, die nichts mit ihr zu tun haben. Der Fall Elliot Rodgers ist hier ein Beispiel, weitere kann man etwa den Vorträgen Jasna Stricks entnehmen, die auf Youtube zu finden sind.

Hoffmann habe der rechtskonservativen Jungen Freiheit ein Interview gegeben und bei Eigentümlich frei publiziert, einer Zeitschrift aus dem Umfeld der Neuen Rechten. […] Darauf angesprochen gibt Hoffmann zu, dass das Interview in der Jungen Freiheit ein Fehler gewesen sei. „Das würde ich heute nicht mehr machen. Und seit Eigentümlich frei so auf die Pegida-Linie eingeschwenkt ist, halte ich mich da auch fern“, sagt er.

Man stellt Hoffmann also nicht nur gleichberechtigt eine imaginäre Figur entgegen, die Vorurteile bedienen und Emotionen schüren soll, sondern es wird auch noch dem Linksextremisten Andreas Kemper Platz für eine unsachliche guilt-by-association-Attacke eingeräumt (Hatte der wirklich nichts halbwegs Sachliches beizutragen? Theoretisch spräche ja nichts dagegen, so jemanden zu Wort kommen zu lassen). Arne Hoffmann spielt natürlich auch hier mit und leistet Abbitte dafür, dass er mit den Schmuddelkindern geredet hat. Ob ihm das alles etwas gebracht hat? Konnte er einen Teil seiner Botschaft dem typischen SZ-Leser vermitteln? Ich bin angesichts des Kontexts, der durch Hurtz aufgebaut wurde, skeptisch.

Die Alpen-Prawda über das Auslaufmodell (feministische) Gleichberechtigung

Die Süddeutsche Zeitung beglückt ihre Leser aktuell mit einer Artikel-Serie zum Thema Gleichberechtigung. In einem Artikel erklärt Karin Janker uns, warum Männer Feministen werden müssen. Freundlicherweise haben sie den Artikel diesmal nicht hinter einer Paywall versteckt, so kann ich ihn kommentieren.

Männlich geprägte Unternehmen? Wo ist das Problem – gründet eure eigenen!

Nachdem die Autorin die evolutionären Gründe dafür geleugnet hat, warum Frauen durchschnittlich weniger karriereorientiert sind, bringt sie eine alternative Erklärung dafür, dass viele Unternehmen noch von Männern dominiert werden:

Unsere Gesellschaft wird nach wie vor von „homosozialen Gemeinschaften“ dominiert. Darunter versteht Meuser Männerrunden wie Studentenverbindungen, Stammtische oder Fußballvereine, in denen Frauen de facto abwesend sind. Meuser kommt zu dem Schluss, dass Männer sich unter Geschlechtsgenossen am wohlsten fühlen, weil dann die „Anforderungen an die Selbstbeherrschung“ vermindert seien und man mit den Kumpels am besten „Spaß haben“ und „Blödsinn reden“ könne. Keine böse Absicht also, sondern Gewohnheit.

Sollte das wirklich das Problem sein, ist die Lösung ganz einfach, wir leben schließlich in einer Marktwirtschaft – oder das, was einige dafür halten. Liebe Frauen, macht euch selbständig, oder, noch viel besser, gründet eigene Startups! Die könnt ihr nach den eigenen Grundsätzen und gerne auch als „girl only club“ führen. Ich fände das zwar lächerlich, aber anders als autoritären Feministen liegt es mir fern, anderen Vorschriften machen zu wollen, mit wem sie zusammenarbeiten sollen und mit wem nicht. Solltet ihr von den Banken oder anderen Geldgebern nicht ernst genommen werdet, stellt eben für ein kleines Taschengeld ein paar Männer ein, die zum Schein die Firma nach außen präsentieren. Eurer Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Zukunft gestaltet nur derjenige, der auch selbst handelt. Wer irgendwo hingesetzt wird, um Quoten zu erfüllen, gestaltet nichts. Er ist ein Objekt, das von Akteuren im Hintergrund platziert und gelenkt wird, um politische Vorgaben zu erfüllen.

Mehr Unternehmensgründungen durch Frauen wären wirklich eine Bereicherung. Der Markt würde letztlich entscheiden, welche Organisationsformen bei Arbeitnehmern wie Kunden am besten ankommen. Und es müssen nicht alle dem gleichen Modell folgen, verschiedene Organisationsformen können nebeneinander existieren.

Natürlich kann man nichts dergleichen beobachten. Startup-Gründer und Selbständige sind primär Männer. Man könnte glatt den Eindruck bekommen, Frauen wollen lediglich in von Männern geschaffenen Strukturen leistungslos nach oben gehievt werden, anstatt ähnlich klein anzufangen wie einst Steve Jobs oder Bill Gates. Was hat das noch mit Gleichberechtigung zu tun?

Sollte an ihrer Erklärung etwas dran sein, würde ich daraus übrigens genau die gegenteilige Schlussfolgerung ziehen als die Autorin. Arbeit ist idealerweise nicht nur ein Ort, an dem man widerwillig hingeht, um Tätigkeiten zu verrichten, die einen anöden, und es auch noch mit Kollegen zu tun hat, die man nicht ausstehen kann. Das ganze sollte auch ein wenig Spaß machen. Also stellt man die Menschen nicht nur nach beruflichen Fähigkeiten ein, sondern berücksichtigt auch soziale Faktoren. Sollte es Männern einfacher fallen, mit anderen Männern zusammenzuarbeiten, handeln sie rational, wenn sie bei der Einstellung Frauen diskriminieren.

Dem Männlichkeitsforscher zufolge liegt das auch daran, dass in Männerrunden unbewusst eine Rangordnung festgelegt wird, die Männern den Umgang miteinander erleichtert. Solche Monokulturen machen es der Gleichberechtigung schwer.

Bewährte Organisationsformen haben also noch einen weiteren Vorteil: Hierarchien scheinen die Produktivität zu erhöhen, da Verantwortlichkeiten klar geregelt sind und nicht ständig neu verhandelt werden müssen.

Manchmal hat man den Eindruck, es wäre der Autorin nicht bewusst, daher will ich den Punkt hier noch einmal betonen: Ein Unternehmen ist nicht dazu da, die Ressource Arbeit gemäß ideologischer Vorgaben von Feministen zu verteilen. Das Unternehmen existiert, um mit seinen Angeboten Bedürfnisse zu befriedigen und dadurch Geld zu erwirtschaften. Man übertrumpft die Konkurrenz aus China, die ähnliche Angebote macht, nicht mit Extra-Toiletten für Transsexuellen und Vaginabonus für vergleichsweise unfähige und faule Mitarbeiterinnen.

Unterwerfung des Privatlebens unter feministische Ideologie?

Und soweit sich das Ganze auf das Privatleben bezieht, wird es noch obskurer. Wenn sich Männer in Männerrunden wie „Stammtischen oder Fußballvereinen” wohl fühlen, gibt es keinen Grund, sie abzuschaffen. Es sind sozusagen „safe-spaces“ für Männer. Sie wurden von Männern geschaffen, um die Bedürfnisse von Männern zu befriedigen, nicht die von Frauen.

Um aus dieser Krise gestärkt hervorzugehen, braucht er den Feminismus – verstanden als gemeinsame Anstrengung in Richtung Gleichberechtigung.

Durch den ganzen Text zieht sich ein bizarres Verständnis von Gleichberechtigung. Gleichberechtigung beschreibt das Verhältnis zwischen Staat und Bürger. Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, ganz egal ob er eine Vagina, einen Penis, einen zur Vagina umgestülpten Penis oder was auch immer hat.

Für das Privatleben gilt das Gleichberechtigungs-Gebot nicht. Lesben müssen nicht auch Männern eine Chance geben, weil es sonst nicht gleichberechtigt zugeht. Es steht ihnen frei, potentielle Partner nur unter Frauen zu suchen. Und wer dann in der Beziehung die Hose an hat, müssen die beiden ebenfalls unter sich aushandeln.

(Genauso sollte es Firmen freistehen, Menschen nach Kriterien einzustellen, die ihnen sinnvoll erscheinen. Hier schließen Privatpersonen untereinander Verträge, nach eigenen Kriterien – nicht nach den Kriterien der Feministen. Vernünftige Unternehmen geht es primär um Faktoren wie Produktivität. Wie viele Prozent der Beschäftigten auf einer Ebene Frauen sind, interessiert sie nur insoweit, wie es für diese Ziele relevant ist – also meist herzlich wenig.)

„Benachteiligungen“

Die Autorin listet einige vermeintliche Benachteiligungen auf,  eine separate Übersicht bringt weitere Beispiele.

Seit 1949 behauptet das Grundgesetz: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Dort steht auch, dass der Staat auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirken soll. Bis Elisabeth Schwarzhaupt die erste deutsche Bundesministerin wurde, vergingen dennoch zwölf Jahre. Bis zur ersten Bundeskanzlerin sogar 56 Jahre.

Dass der „Staat auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirken soll“ steht dort nicht seit 1949. Der Zusatz wurde erst viel später auf Bestreben von Feministen verfassungswidrig hinzugefügt.

Es widerspricht dem Gleichberechtigungsgebot nicht, dass lange Zeit stets nur Männer Bundeskanzler waren. Männer wie Frauen durften in der BRD schon immer beide wählen und haben sich eben lange Zeit nur für Männer entschieden. Gleichberechtigung bezieht sich auf die formalen Regeln, nicht auf das Ergebnis. Wenn irgendwo Männer über- oder unterrepräsentiert sind, ist das meist nur ein Zeichen dafür, dass sich Männer und Frauen nicht so verhalten, wie feministische Ideologen sich das wünschen.

Nicht jeder will Vorstandschef oder dergleichen werden – und noch weniger sind dazu fähig. Wie wenig Frauen sich für so einen solchen Lebensweg interessieren, sieht man bereits an ihrer Berufswahl: Maschinenbau, Elektrotechnik und ähnliche Studiengänge sind meist männlich geprägt, Frauen zieht es in brotlose Studiengänge wie Germanistik oder Kulturwissenschaft. Wenn es das ist, was sie wollen, spricht nichts dagegen. Sie müssen sich dann eben mit Hartz-IV zu Frieden geben und haben keinerlei Chance auf einen Posten, der mit viel Gehalt und Macht verbunden ist.

Feministisch-korrektes Familienleben

Doch nicht nur auf der gesellschaftlichen, auch auf der individuellen Ebene brauchen wir mehr Gleichberechtigung. Ein schwieriges Terrain: Denn es geht um Privates, um Liebe und Familie und um unsere romantischen Vorstellungen davon. Wenn es aber um Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern geht, wird auch das Persönliche politisch.

Der Punkt wurde oben schon angesprochen: Gleichberechtigung bezieht sich auf das Verhältnis Staat-Bürger. Wie Menschen ihr Privatleben regeln, ist deren Sache. Das totalitäre Moment des Feminismus kommt gerade hier deutlich zum Vorschein. Es ist eine autoritäre Ideologie, die Männern wie Frauen vorschreiben will, wie sie ihr eigenes Leben zu führen haben. Männern wie Frauen kann man da nur gleichermaßen den Ratschlag geben, ihr Privatleben nicht dem perversen Gleichheitsdiktat linker Ideologen zu unterwerfen – man hat nur ein Leben.
Wenig später sieht man noch deutlicher, wie weit der Gleichheitswahn geht:

Die Herausgeberin des Missy Magazine hat gerade zusammen mit ihrem Partner das Buch „Papa kann auch stillen“ veröffentlicht, in dem die beiden von dem Versuch berichten, die Familienarbeit gemeinsam nach dem 50/50-Prinzip zu organisieren. Sie zeigen: Es geht. Aber Männer und Frauen müssen viel miteinander reden.

Für das 50/50-Prinzip spricht wenig. Menschen sind nun einmal verschieden. Wenn es einigen Frauen gefällt, sich aus dem Berufsleben stärker zurückzuziehen und von einem Mann aushalten zu lassen, weil sie es erfüllender empfinden, Zeit mit ihren eigenen Kinder zu verbringen, sollen sie sich eben einen Mann suchen, der das Spiel mitmacht. Wollen sie Karriere machen und trotzdem Kinder, müssen sie sich einen Beta-Mann suchen, der sich gerne um die Kinder kümmert. Die genaue Arbeitsteilung sollte man vernünftigerweise unter Berücksichtigung privater Vorlieben und Fähigkeiten aushandeln, nicht nach ideologischen Vorgaben.

Das 50/50-Prinzip ist ein Modell für Partner, die beide eigentlich keine Lust auf Karriere haben, sondern sich lieber um Kinder und Familie kümmern. Und selbst unter diesen Voraussetzungen ist es primär ein Modell für Hartz-IV-Ehen oder etwa Lehrer-Ehen, wo beide Partner verbeamtet oder im öffentlichen Dienst kündigungssicher beschäftigt sind und ohne Probleme mal für ein paar Jahre nur halbtags arbeiten können. In anderen Fällen sprechen die Qualifikation der Partner und die Lage am Arbeitsmarkt meist gegen eine solche Lösung, selbst wenn es von beiden favorisiert wird.

Das ganze aus Sicht der Kinder zu begründen, scheint mir auch eine Projektion der eigenen Wertvorstellungen in diese zu sein. Mit wem die Kinder gerne mehr Freizeit verbringen würden, ist doch auch eine recht individuelle Angelegenheit. Normalerweise betonen sie immer, wie toll Homo-Ehen, Patchwork-Familien und Co. sind, und dass das Kindern nicht schadet. Jetzt sollen die Wünsche der Kinder aber plötzlich für das 50-50-Prinzip herhalten.

Ein altes Missverständnis: Der Feminismus habe etwas gegen Männer

Wie man sieht, ist es in der Tat ein Missverständnis. Der Feminismus ist eine Ideologie, die sich primär gegen die Freiheit richtet. Er produziert Verlierer und Gewinner, unter Männern wie Frauen. Es ist empirisch schwer zu evaluieren, welchen der beiden Geschlechtern er letztlich mehr schadet. Man sollte sich nicht so sehr von der männerfeindlichen und frauenfreundlichen Rhetorik täuschen lassen, sondern empirisch unvoreingenommen an die Sache herangehen.

Westlicher Feminismus – ein biologisches Auslaufmodell

Schade ist das nicht nur für jene Frauen, die um Karrieremöglichkeiten gebracht werden. Sondern auch für unsere Gesellschaft als Ganzes, weil sie sich damit gut die Hälfte ihres Potenzials entgehen lässt. […]

Wir alle haben ein Recht darauf, in einer Gesellschaft zu leben, die von weiblicher wie männlicher Kompetenz profitiert.

Das ist eben das, was Feministen nicht begreifen wollen. Eine Gesellschaft, die von männlichen wie weiblichen Kompetenzen am besten profitiert, ist arbeitsteilig organisiert: Frauen werden vor allem in die Rolle als Mütter gedrängt, Männer primär in die Rolle als Versorger. Man drängte Frauen nicht in die Mütter-Rolle, weil sie anderswo keine Kompetenzen haben, sondern weil Männer keine Gebär-Kompetenz haben. Eine Frau mag theoretisch eine bessere Kernphysikerin sein als die meisten ihrer männlichen Kollegen. Trotzdem wäre es für die Gesellschaft als Ganzes besser, wenn sie erst gar nicht in das Berufsleben eingestiegen wäre und stattdessen vier Kinder bekommen hätte. Die drei bis vier Kinder, die die Kernphysikerin nicht hat, weil sie sich als Powerfrau voll ihrem Beruf widmet, fehlen in der nächsten Generation. Sobald man anfängt, von der „Gesellschaft als Ganzes“ zu appellieren, spricht alles gegen große Frauenkarrieren.

Der wesentliche Vorteil an diesem Modell ist die Nachhaltigkeit. Es geht gar nicht darum, ob Frauen oder Männer damit glücklicher sind. Es ist nur so, dass Gesellschaften, die diese biologische Vorgabe nicht anerkennen, mangels Kinder keine Zukunft haben, sich selbst aus der Geschichte verabschieden.

Man muss nur schauen, wer aktuell in westlichen Ländern die ganzen Kinder bekommt: Gläubige Moslems, Mormonen, orthodoxe Juden, fundamentalistische Christen, usw. Diese Religionen sind alle patriarchisch geprägt und erkennen nicht mal den formalen Gleichberechtigungs-Grundsatz an. Trotzdem gehört ihnen die Zukunft, in 100 Jahren interessiert sich keiner mehr für den Feminismus westlicher, weißer, postchristlicher Frauen. Deren Lebenswelten sind gerade am Untergehen, es hat sich nur noch nicht in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung herumgesprochen.

Ihr Problem ist, dass sie stets von Utopien und abstrakten moralischen Grundsätzen ausgehen, und dabei die Realität vollständig aus den Augen verlieren. In ihrer Welt fallen Wettbewerbsfähigkeit, Erfolg, Reichtum und zukünftige Generationen wie Manna vom Himmel. Daher meinen sie sich ganz darauf konzentrieren zu können, alles nach „geschlechtergerechten“ Kriterien zu organisieren, ohne derartige Faktoren bedenken zu müssen. Eine Ideologie unreifer Frauen, die ihre Partikularinteressen ideologisch zu rechtfertigen suchen.